Inhalt: Während die Vampire versuchen, erneut auf der Erde Fuß zu fassen, erforschen die Menschen deren fremde Welt. Steile Felstürme mit mächtigen Festungsanlagen, eine Sonnenseite und eine Sternseite. Aus den Schatten greifen die peitschenden Fangarme der Wamphyri nach ihnen: Wie können die Menschen unter solchen Bedrohungen überleben?
Kritik: Brian Lumley verlagert mit Blutlust die Erzählung vom Diesseits in die Vampirwelt, überschüttet den Hörer nur so mit Klischees und schafft es dennoch, den bislang spannendsten Teil der Necroscope zu liefern.
Ganz ehrlich, was Lumley hier sprachlich abliefert, ist streckenweise auf bitterem Groschenromanniveau. Und auch die zahlreichen Klischees hinterlassen einen fiesen Nachgeschmack. Da wird der gute West-Eruopäer vom bösen, dummen Russen auf einem Motorrad verfolgt, kann ihm aber entkommen, um kurze Zeit später über eine Schönheit aus dem Diesseits zu stolpern, die zwar schlecht riecht, aber blond ist, blaue Augen hat und über eine 1a Figur verfügt. Diese war einst im Dienst der einzigen weiblichen Vampir-Lady Karen, die im Gegensatz zu ihren männlichen Artgenossen ebenfalls von atemberaubender Schönheit ist, dass selbst den anderen Vampir-Lords das Blut im Mund zusammenläuft.
Der Set ist da schon interessanter, denn die Vampirwelt vermischt Horror mit Fantasy. Und Höhepunkt der detailreichen Beschreibungen ist sicherlich die Darstellung der Vampirburgen, deren Wände von infizierten Menschen ausgebessert werden. Denn auch wenn Lumleys Sprache manchmal etwas abfällt, so muss man ihm doch lassen, dass es ihm gelingt Ort und Figuren zum Leben zu erwecken. Im Gegensatz zu Vampiren manch anderer Autoren jagen seine Kreaturen wirklich Angst ein. Was dazu führt, dass man bis zum dramatischen Showdown mit den Protagonisten fiebert. Und Lumley wäre nicht Lumley, wenn er nicht einen feinen Cliffhanger eingebaut hätte, der sofort nach dem nächsten Teil greifen lässt.
So hat mir trotz der Defizite Blutlust auch bislang von allen Teilen am besten gefallen. Nicht zuletzt wegen Lutz Riedel, der sich mit seiner rauen Stimme besonders in der Darstellung der bösartigen Vampir-Lords wohl fühlt. Horror-Fans dürfen zugreifen!