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Bon Jovi: Lost Highway: The Concert

(Universal)

Autor: schlimm / Wertung: 8 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

120 Millionen Käufer können eigentlich nicht irren! Diese unglaubliche Anzahl an Alben jedenfalls konnten Bon Jovi in ihrer langen, langen Karriere mittlerweile an die Frau und den Mann bringen. Nebenbei spielten sie bisher über 2.500 Konzerte und als einer der letzten Bands schaffen sie es auch heute noch die Stadien dieser Welt auszuverkaufen. Jon Bon Jovi, Richie Sambora, Tico Torres und David Bryan darf man durchaus mit dem Attribut Superstars versehen. Die unzähligen Hits, die von den Jungs so im Orbit umherschwirren sollten ja keine Unbekannten sein. Ihre Alben verkaufen sich auch immer noch wie geschnitten Brot, nur leider sind die letzten Werke qualitätsmäßig nicht mehr mit den Alben bis „Keep The Faith“ zu vergleichen.

Nichtsdestotrotz konnten sie mit ihrem aktuellen Album „Lost Highway“ die Spitze der Charts selbstverständlich erobern. Am 30. Juli diesen Jahres spielten Bon Jovi dieses Album in Chicago in Gänze live. Das Ereignis fand dieses Mal allerdings nicht vor großer Kulisse und mit dicker Produktion statt, sondern in sehr intimen Rahmen vor 400 Fans. Für die Nachwelt wurde der Abend seinerzeit mit 13 Kameras gefilmt und liegt nun als DVD „Lost Highway: The Concert“ vor.

Zuerst einmal besticht die DVD durch eine sehr schöne und aufwändige Aufmachung. Da hat man sich wirklich Mühe gegeben und bietet so den Fans auch von der Gestaltung ein nettes Schmankerl. Das Teil kommt in einem Hardcover-Digipack als kleines Büchlein daher. Im Innenteil findet man ein mehrseitiges Booklet mit netten Bildern des Abends. Als Zusatz gibt es noch einen Satz limitierter Postkarten obendrauf. Fanherz was willst Du mehr?

Von der filmischen Umsetzung kann der Hauptteil der DVD ebenfalls voll und ganz überzeugen, wenn, ja wenn da nicht zwei entscheidende Faktoren fast komplett übersehen worden wären. Wo bitteschön sind denn Tico Torres und David Bryan abgeblieben? Nur vereinzelt darf man die beiden bei der Verrichtung ihrer Arbeit bewundern, insgesamt ist das hier auf DVD gebannte Chicago-Konzert viel zu Jon Bon Jovi und Richie Sambora fixiert. Schade! Ansonsten ist natürlich alles schön in Szene gesetzt und der Schnitt kann auch auf ganzer Linie überzeugen.

Das Konzert selber findet vor einer schicken Western-Kulisse statt, die extra für die Show angefertigt wurde, inklusive dem obligatorischen Tresen. Die Band spielt locker und gelöst recht schmissig ihr Album „Lost Highway“. Die Songs erscheinen so noch Mal in einem ganz neuem Glanz. Gut, die Balladen sind nah dran am Kitsch und erweisen sich auch live als schöne Schnulzen. Die vom Country inspirierten Stücke wie „Whole Lot Of Leavin“ und „I Love This Town“ machen nicht nur der Band richtig Spaß, sondern auch dem Publikum vor Ort und auf der heimischen Couch. Ein Hauch von Innovation durchweht hier die Szenerie. Bei „We Got It Going On“ sitzt man ungläubig vor dem Bildschirm. Nein, nicht weil das Dingen rockt wie Hölle, sondern weil man sich viel mehr fragt, was der gute Jon hier an Tantiemen an Metallica zahlen muss – Enter Sandman lässt grüßen. Bei „Another Day“ darf jeder der beteiligten Musiker, mit Ausnahme von Tico Torres (warum eigentlich?) auch mal ein schickes Solo einstreuen. Alles sehr nett und kurzweilig anzusehen. Handwerklich ist die ganze Geschichte sowieso über jeden Zweifel erhaben. Hin und wieder kommt hier sogar der Geist der Storyteller Sendungen zum Vorschein. Jon Bon Jovi berichtet zwischen den einzelnen Tracks nämlich ausführlich über die Entstehungsgeschichte des Album und erklärt einige Hintergründe. Als Zugaben gibt es noch „It´s My Life“, das unkaputtbare „Wanted Dead Or Alive“ und „Who Says You Cant Go Home“.

Als Bonustracks hat man hier noch eine Sektion unter dem Titel „Stripped Raw & Real Bon Jovi Akustik-Session draufgepackt. Überraschen kann  „Hallelujah“. Bon Jovi tragen die Coverversion des Leonard Cohen Hits richtig gut vor. Die übrigen fünf Stücke wurden auch schon während des Konzertes gespielt und sind zumindest musikalisch so schon bekannt. Die filmische Umsetzung hat zum Teil hier schon Bootlegcharakter, was die ganze Sache aber noch intensiviert. Als weiteres Material gibt es noch eine nette Discography, Zeichnungen des Bühnebilds und Interviews mit allen vier Musikern. Jon, Richie, Tico und David erzählen ihre Sicht zu Bon Jovi. Alles ist in Butter, man hat sich total lieb, die Chemie stimmt einfach und nur in dieser Besetzung kann die Band funktionieren. Keine sensationelle Neuigkeiten also, aber immerhin! So werden die knapp 150 Minuten doch zu einer recht kurzweiligen und netten, wie zum Teil auch sehenswerten Angelegenheit.

Fazit: Wer Bon Jovi bisher nicht mochte, der sollte auch um diese DVD einen großen Bogen machen. Die mittlerweile zwölfte(!) DVD ist einzig und alleine für die Fans gemacht. Der Inhalt kann nicht ganz mit der Aufmachung mithalten, geht aber durchaus in Ordnung. Bitte bei Ausgabe dreizehn aber auch daran denken, dass man noch jeweils einen Mann hinter der Schießbude und den Tasten sitzen hat!

www.bonjovi.de

http://artists.universal-music.de/_player/bonjovi/

http://www.bonjovi.de/postkarte/

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