Die Japaner Blood Stain Child bringen zwei Genres zusammen, die auf den ersten Blick bis auf die gegenseitige Ablehnung nichts gemeinsam haben: melodischen Death und Thrash Metal mit skandinavischen Wurzeln und elektronischen Dance und Techno der süßlichen Sorte. Das klingt stellenweise nach einer Kollaboration von In Flames und Scooter oder Dark Tranquility und Marusha. Passend dazu gibt es dann eine Choreografie von Detlev D. Soost und sechs kleinwüchsige Japaner in metrosexuellen Klamotten wirbeln freimütig durch hektische Musikvideos.
Aber zum einen gab es in den 90ern immer wieder Metal-Hörer, die sich am Wochenende nur zu gerne in prollige Poptanztempel verirrten und denen die Euro Dance und Future Trance Klänge nicht vollkommen fremd sein dürften und zum anderen entdeckte auch der gemeine Proll seine Vorliebe für Gitarrenbretter. Und außerdem bewiesen Blood Stain Child beim Vorgänger Idolator schon, dass ihre Symbiose zwar sehr eigen klingt, aber gut ins Ohr geht und vor Allem herrlich deftig vor die Mappe knallt. Auf Mozaiq haben sie den persönlichen Klang noch weiter entwickelt und teils schon lupenreine Billigtechno-Elemente integriert, dass einem wieder einfällt, wie grausam schön doch der Mist der 90er war. Auch wenn manch einer mir den Puls fühlen wird, ringe ich mich zu der Aussage durch, dass auch Mozaiq eine geile Platte ist. Auch ohne Exotenbonus!
