Sie tun es also schon wieder. Nach dem eher mäßigen Remix Album von "Silent Alarm" haben Bloc Party auch von „Intimacy“ ein komplettes Album zum remixen freigegeben. Diesmal dürfte die ganze Geschichte allerdings um einiges schlüssiger sein, da die Scheibe ja sowieso auf die Tanzflächen dieser Welt schielte. Bloc Party Fans werden sich das Teil sowieso ins Regal stellen. Man muss allerdings kein Fan sein, nein, man muss auch die Songs der Band nicht mögen, um sich „Remixed“ anzuschaffen. Wer eine Vorliebe für elektronische Songs hat und sich gerne in den Tanztempeln dieser Welt zu zuckendem Licht bewegt, der ist hier genau richtig.
Mich lassen die dreizehn Songs mit einer Spielzeit von 65 Minuten ziemlich kalt. Ist das jetzt innovativ? Einfach nur zeitgemäß? Gar einfallslos? Vielleicht von allem ein bisschen. Das eigentlich großartige „Ares“ ist im Villains Remix eine dumpf pumpende Nummer ohne Seele. Aufhorchen lässt einen hingegen „Mercury“. Wer die zerhackte und zerstückelte Originalversion noch im Ohr hat, kann das Stück hier völlig neu entdecken. Die Dub Version von „Halo“ verzichtet dann auf die Gitarren und kommt so wesentlicher sphärischer rüber. Reicht aber auch lange nicht an die Originalversion heran.
Durchatmen kann man dann endlich mal bei „Biko“. Der Mogwai Remix ist nämlich Klasse und zerstört nicht die Ursprungsversion mit stumpfem Gepolter. Nein, sensibel wurde die eine oder andere elektronische Spielerei eingebaut. Und wenn schon Dampf, dann so wie im John B Remix von „Trojan Horse“ im Breakbeatgewand mit atmosphärischem Unterbau. Das ruhige „Sings“ wurde derart aufgepeppt, dass es nur so poltert. Kann man sicher diskutieren, aber immerhin eine gänzlich neue Richtung. Und so pluckert, fiept, dröhnt und langweilt sich „Remixed“ weiter und weiter und lässt zumindest mich ziemlich ratlos zurück.
Fazit: Freunde von Remixen kommen hier sicher voll und ganz auf ihre Kosten. Wer die guten alten Remixe auf den guten alten Maxi-Scheiben geschätzt hat, sollte „Intimacy Remixed“ sicher auch mal antesten, vielleicht wird er hier fündig auf der Jagd nach neuen Sounds. Allen anderen dürfte dieses Album ziemlich egal sein. Erstklassige Auftragsarbeiten oder totaler Mist? Dazwischen scheint es nichts zu geben - ich muss mich leider für die zweite Auswahl entscheiden.
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am Dienstag, den 19. Mai 2009 um 10:52 Uhr veröffentlicht
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