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Billy Joel: The Stranger (Legacy Edition) Tipp

(Sony BMG)

Autor: schlimm / Wertung: 10 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

William Martin Joel erblickte am 9. Mai 1949 in der New Yorker Bronx das Licht der Welt und ist dieser als Billy Joel wohl eher ein Begriff. Der Mann ist mit seinem Piano ähnlich verbunden wie ein Elton John. Beide wurden in den 70ern zu absoluten Superstars. Joel ist auch als The Piano Man bekannt. Diesen Umstand verdankt er dem gleichnamigen Album und Song, der ihm den großen Durchbruch bescherte. Sein künstlerisch bestes Album dürfte „The Stranger“ sein, welches sich auch folgerichtig wie geschnitten Brot verkaufte. Anlässlich des 30. Jubiläums erscheint nun die Legacy Edition des Albums auf zwei CDs.

Selbstverständlich wurde die Scheibe einer Frischzellenkur unterzogen und liegt nun in deutlich verbessertem Klang vor und zwar ohne den eigentlichen Charme zu zerstören. Die neun Songs sind mittlerweile allesamt Klassiker. Besser wurde Billy Joel nie mehr. Der knackige Einstieg „Movin´ Out (Anthony´s Song)“ ist auch heute noch die Blaupause eines perfekten Joel Songs. Mit „Just The Way You Are“ ist ihm sogar einer der größten Hits des Jahres 77 gelungen. Leicht und beschwingt - mit einem Saxophon unterlegt - zeigt der Piano Man Qualitäten, die er in späteren Jahren vermissen ließ, wo er oftmals leicht mit seicht verwechselte. „Scenes From An Italian Restaurant“ ist rockig angehaucht und lässt auch seine Vorliebe für die Beatles durchblicken. Das Alltagsdrama unterstreicht zudem textlich seine Arbeiterherkunft und reiht sich nahtlos hinter einem Bruce Springsteen ein.

Eigentlich ist es heute kaum noch vorstellbar, dass „Only The Good Die Young“ als pure Provokation verstanden und von einigen Radiosendern aus dem Programm geschmissen wurde. Die schmissige Nummer entwickelte sich allerdings trotzdem zu einem Klassiker im Backkatalog. An „She´s Always A Woman“ scheiden sich dann wohl erstmalig die Geister. Die Ballade ist zwar etwas schmalzig, aber schafft es trotzdem den großen Felsen mit der Aufschrift „Kitsch“ gekonnt zu umschiffen und ist letztlich einfach nur schön. „Everybody Has A Dream“ fischt nach dem rockigen „Get It Right The First Time“ in ähnlichen Gewässern und beendet ein großartiges Album standesgemäß!

Die Legacy Edition hat neben dem schmucken, aufklappbaren Digipack und dem umfangreichen Booklet noch ein weiteres Schmankerl in Form einer Live-CD zu bieten. Der Auftritt in der Carnegie Hall, vom 3. Juni 77 ist bisher unveröffentlicht. Verblüffend ist die hervorragende Soundqualität. Neben Songs von „The Stranger“ sind hier auch noch weitere Großtaten von Billy Joel enthalten. So findet sich mit „Captain Jack“ z.B. die Nummer wieder, der er seine Karriere im Grunde verdankt. Wer weiß, wie diese verlaufen wäre, wenn nicht eine Radiostation den Song in Dauerrotation gespielt hätte. Selbstverständlich ist auch eine wundervolle Liveversion von „New York State Of Mind“ dabei. Die insgesamt zwölf Tracks sind klanglich und von der Auswahl her ein sehr guter Einstieg in das Liveschaffen von Billy Joel und runden die Neuauflage von „The Stranger“ sehr fein ab.

Fazit: Ein Album wie „The Stranger“ hat es verdient eine gebührende Party zum 30. Geburtstag geschenkt zu bekommen. Das rauschende Fest liegt nun mit der Legacy Edition vor und ist dem Anlass absolut angemessen und würdig. Von der Aufmachung, über die Klangbearbeitung bis hin zur Bonus-CD kann sich die neuerliche Ausgabe des kleinen Meisterwerks absolut sehen und hören lassen!

http://www.billyjoel.com

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