Auf der britischen Insel drehen alle schon wieder am Rad. Der Hype um Beth Rowley ist riesengroß und entsprechend wird ihr Album „Little Dreamer“ mit Spannung erwartet. Die Vorbestellungen für das Werk der 26-jährigen nehmen schon exorbitante Formen an und dürften der Scheibe schon jetzt den Platz an der Sonne sichern. Frauenstimmen sind momentan halt sehr gefragt und erleben immer noch eine große Renaissance.
Wer ist denn überhaupt Beth Rowley? Sie ist eine Singer-Songwriterin aus Bristol, wurde aber in Peru geboren. Ihre Eltern arbeiteten dort als Missionare. Nach dem Umzug in den Südwesten von England gründete Beth mit 15 eine eigene Band. Bei einer Open Mic Session wurde sie schließlich im zarten Alter von 17 von einem Talentscout entdeckt. Sie schlug dann allerdings erstmal einen anderen Weg ein und studierte am Brighton Institute of Modern Music. Livegigs folgten, die Fangemeinde wuchs stetig und nun folgt endlich das lange erwartete „Little Dreamer“.
Beth Rowley ist allerdings nicht die nächste Amy Winehouse und auch keine Duffy. Stimmlich bewegt sie sich auch in ganz anderen Sphären. Klar und mit einer glockenhellen Stimme umschmeichelt sie den Hörer. Musikalisch wartet sie mit einer Mischung aus Soul, Folk und Gospel auf. Und genau diese Mischung, in Verbindung mit dieser außergewöhnlichen Stimme, erzeugen eine ganz spezielle und besondere Atmosphäre.
Schon die ersten Töne von „Nobody´s Fault But Mine“ erzeugen eine dicke Gänsehaut. Der Songaufbau und die Arrangements sind schon eine Kunst für sich und wenn sich die Nummer zum Schluss in gospelartige Höhen aufschwingt und mit einem melancholischen Unterton zu begeistern weiß, haben sich sämtliche Körperhaare aufgestellt. Aber neben diesem Traditional überzeugen auch die eigenen Kompositionen. „Sweet Hours“ und „So Sublime“ verzaubern und umschmeicheln die Sinne.
„I Shall Be Released“ von Bob Dylan ist ja mittlerweile von jeder Wald- und Wiesenkapelle gecovert worden. Trotzdem vermag Beth Rowley der Nummer eine ganz eigene Note zu verleihen. Mit „Angel Flying Too Close To The Ground…“ befindet sich noch eine weitere Coverversion, die mit spärlicher Instrumentierung und dieser glasklaren Stimme zu Herzen geht. Der als Duett angelegte Song von Willie Nelson wird von Duke Special noch zusätzlich veredelt. Wann hat man eigentlich zuletzt eine Gospelnummer wie „Almost Persuaded“ gehört, die ohne jeglichen Kitsch auskommt? Ganz großes Kino! Wenn die letzten Töne vom traditionellen „Beautiful Tomorrow“ ausklingen ist man sprachlos aufgrund des zuvor Gehörten.
Fazit: Die Lobeshymnen im Vorfeld von „Little Dreamer“ sind absolut gerechtfertigt! Beth Rowley überzeugt mit einer außergewöhnlichen Stimme und einer wunderbaren musikalischen Umsetzung der elf Tracks. Bisweilen traurig und melancholisch und zu jeder Sekunde berührend. Prädikat besonders wertvoll!