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Belasco: Bedröppelte Briten

Autor: JK / Kommentare: Bisher keine

Die neuen Radiohead? Die neuen Muse? Die neuen Coldplay? Nein. Nein. Nein. Zwar spielen die Briten Belasco auch mit Laut und mit Leise, und manchmal klingen sie auch zerbrechlich, bedröppelt und verstört, eine eigene Identität muss man dem Trio allerdings zugestehen. Lediglich die Melancholie haben sie mit den großen Vergleichsbands gemein. Mit „61" könnte nun der größere Durchbruch gelingen. Bassist Duff Battye gab Rede und Antwort.

Duff, was ist der Hauptunterschied zwischen dem letzten Album „Knowing everyone’s okay" and „61"?

Wir hatten bei „61" mehr Zeit für die Produktion, sind sorgsamer zu Werke gegangen, und es waren mehr erfahrene Leute beteiligt. So hat etwa Tom Barker, der schon mit den Beastie Boys, Marylin Manson und Nine Inch Nails gearbeitet hat, die Platte gemastert. „Knowing everyone’s okay" haben wir zu großen Teilen in Eigenregie fabriziert.

Ihr habt euch eine Menge Zeit gelassen, drei Jahre insgesamt.

Wir hatten Stress mit der Plattenfirma. Damals hatten wir einen Vertrag in England mit einem Major-Label (Vertigo) unterzeichnet, und der Typ, der für uns zuständig war, verließ die Firma. Dann hat uns das Label rausgeworfen. Abgesehen davon: Wir sind Musiker, man kann nicht von uns verlangen effizient zu sein.

In Deutschland seid ihr populärer als in England. Wie kommt’s?

In Deutschland ist ein Label für uns zuständig, dass sich wirklich um uns kümmert. In England, unserer Heimat, haben wir zudem eine Menge Fehler gemacht.

Wohnt eurem Sound etwas typisch Britisches inne?

Wir hoffen doch. Lustigerweise hören wir uns hauptsächlich amerikanische Bands an: Neil Young, Tool, Soundgarden, Brad, Alice in Chains. Aber wir sind schon stolz drauf, Briten zu sein. Und ich denke, eine bestimmte Art der Melancholie zieht sich quer durch den Sound aller britischen Bands. Liegt wohl am schlechten Wetter und dem miesen Essen.

Einer eurer Songs, „Chloroform", ist auf dem Soundtrack des Videospiels „Fifa 2007" gelandet. Fußball ist ja in England ziemlich angesagt. Ist das für euch ein kleiner Durchbruch gewesen?

Wir selbst sind nicht gerade völlig durchgeknallte Fußballfans. Klar, wir schauen uns die Spiele der englischen Mannschaft an, aber immer in sicherer Distanz vor dem Plasma-Fernseher. Dennoch, ich würde schon sagen, dass „Fifa 2007" ein großer Durchbruch für uns war. Außerdem haben wir eine Menge Kohle daran verdient. Wir müssen jetzt keinen Billigschinken und kein trockenes Brot mehr essen.

Ihr gehört zu den ersten Bands, die ein Video über I-Tunes veröffentlichten. Welchen Stellenwert hat für euch die digitale Revolution?

Wir sind in Kontakt gekommen mit Leuten auf der ganzen Welt. Vor fünf Jahren wäre das noch nicht möglich gewesen. Auf der anderen Seite denke ich, im Jahr 2050 werden die Leute genauso Gitarrenmusik spielen wie sie es 1950 gemacht haben. Ein paar Jungs treffen sich, jammen und basteln schließlich Songs daraus.

Im Internet (www.futureforest.com) können Fans euch einen Baum widmen. Der wird auf einer Fläche in Leipzig gepflanzt und soll zum Belasco-Wald heranwachsen …

Das ist doch eine tolle Idee. Wir hoffen den Wald zu sehen, das nächste Mal, wenn wir in Deutschland sind.

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