Langsam frag ich mich ob es in der Welt nur noch gute Musik gibt und dann auch noch von Bands, die ich entweder missachtet habe oder die einfach unter meinem, inzwischen wohl recht löchrigem, Radar hindurch geschwommen sind. Barren Earth ist auch wieder so ein Fall. Ich hab die Jungs gar nicht, aber auch kein kleines bisschen auf dem Schirm gehabt und dabei sprechen alleine die Musiker für sich. Da wären Basser Olli-Pekka Laine und Keyboarder Kasper Mårtenson, die beide bereits bei Amorphis gespielt haben, dann noch Moonsorrow Trommler Marko Tarvonen, Swallow The Sun Shouter Mikko Kotamäki, Janne Perttilä (ebenfalls Moonsorrow) und einer meiner liebsten Gitarristen Sami Yli-Sirniö (Waltari/Kreator). Mit das Beste was Finnland/Skandinavien an Metalmusikern zu bieten hat und die Band hab ich nicht bemerkt….ganz schlimm eigentlich.
In welche Richtung bewegen sich denn die Herren, das ist eine Frage die man stellen muss, denn wenn sich Musiker treffen um die Musik zu machen, die sie wirklich machen wollen, dann kommt sehr oft ziemlicher Klumpatsch dabei heraus. Doch bei Barren Earth scheint dies anders zu sein, auch wenn ich ihr Debüt “Curse Of The Red River” noch nicht kenne, liefern sie mit “The Devil´s Curse” eine Platte ab, die den Fans der Frühwerke der finnischen Schwermütern wie Sentenced oder Amorphis die Tränen der Freude in die Augen treiben dürfte. Dunkler, melodischer Metal, mit einer gehörigen Death Metal Schlagseite und vielen progressiven Elementen.
Besonders die Verbindung von tiefen Growls und der melancholischen, klaren Gesangsstimme von Mikko Kotamäki rücken Barren Earth recht oft in die Nähe des Klassenprimus Amorphis, aber sie schaffen es immer nicht wie eine Kopie zu klingen, sondern wie eine Band die denselben Hintergrund hat und musikalisch dieselbe Klasse besitzt. Ich kenne mehr als eine Person, die diese Art von Musik als skandinavischen Mädchen Metal bezeichnet und vielleicht haben diese Herren und Damen nicht ganz unrecht. Doch die Verbindung von Melodie und Härte, klarem Gesang und Growls, Dunkelheit und Melancholie verfehlen ihre Wirkung bei mir auch nicht und ich bin kein skandinavisches Mädchen, sondern ein Männlein aus dem Kohlenpott.
Um es auf den Punkt zu bringen, Barren Earth haben mit “The Devil´s Resolve” ein Album vorgelegt, welches nur aus Skandinavien kommen und all überall für Begeisterungen sorgen wird. Die Mischung aus progressiven Elementen, Melancholie, musikalischer Finesse und der unverwechselbaren Stimme von Mikko Kotamäki treffen den wunden Punkt der Menschen, die nach Stoff lechzen, den bisher nur Amorphis liefern konnte. Natürlich ist die Nähe zu den Trademarks der großen Finnen ein Kritikpunkt, doch, ganz ehrlich, er stört mich nicht im Geringsten
Barren Earth – The Devil´s Resolve
(Peaceville/Edel)
Autor: CF / Wertung: 9,5 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine