Ende der 70er spielte sich in einer spanischen Einöde ein Drama der ganz besonderen Art ab – zumindest in diesem fiktiven Psycho-Thriller. Erstaunlich, dass Backwoods gern auch dem Horror-Genre zugeordnet wird. Spannung und manch schauderliche Momente sind zwar auch hier garantiert, aber vom Horror Fach ist der Film so weit entfernt wie Boris Becker von seinem vierten Wimbledon-Sieg. Wie dem auch sei, dem positiven Eindruck tut dies kein Abbruch, man sollte das Werk allerdings nicht der falschen Schublade zuordnen, dann kann es vielleicht zu kleinen Enttäuschungen kommen.
Die beiden Ehepaare Lucy und Norman und Paul und Isabel machen sich auf die Ferien in Pauls Haus in den spanischen Bergen zu verbringen. Schon auf der Hinfahrt stoßen die vier während einer Rast in einem kleinen Bergdorf bei den Einheimischen auf Skepsis und Ablehnung. Einmal am Ziel angekommen kristallisiert sich zudem heraus, dass die Beziehungen der jeweiligen Paare alles andere als gefestigt sind. Paul und Norman machen sich in den frühen Morgenstunden auf zur Jagd und von da an nimmt die Geschichte ihren verhängnisvollen Lauf.
In einer abgelegenen Hütte machen die beiden eine grausige Entdeckung. Dort wird ein Mädchen auf unmenschliche Art und Weise festgehalten. Die beiden Männer befreien die total Verängstigte und nehmen sie mit zu ihren Frauen. Zusammen mit den beiden beschließen sie, die nächste Polizeistation aufzusuchen. Die Fahrt dahin endet allerdings im Fiasko, der Wagen gibt seinen Geist auf und so machen sich die fünf wieder zurück in ihr Berghaus.
Am nächsten Morgen klopfen ein paar bewaffnete Dörfler an die Tür. Sie geben sich als Brüder eines verschwundenen Mädchens aus. Paul gibt sich unwissend und schließt sich dem Suchtrupp an. Ab jetzt durchlebt der Zuschauer eine Achterbahnfahrt und es ist nicht mehr klar wer ab nun der Jäger und der Gejagte ist – die Grenzen sind hier fließend.
In sehr dichten und düsteren Bildern baut sich die Geschichte atmosphärisch sehr schön auf. Garry Oldman und Paddy Considine liefern dazu eine erstklassige schauspielerische Leistung ab. „Backwoods“ beginnt eher langsam und beschaulich und entwickelt sich immer mehr zum rasanten Thriller, der immer wieder einen Haken schlägt und eine neue Wendung zu bieten hat. Ob es alle Beteiligten bis zur Auflösung am Schluss schaffen werden? Bis dahin hat der Zuschauer auf der heimischen Couch spannende, knapp 90 Minuten zu überstehen.
Fazit: Thrillerfans kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten! Durch kompromisslose Wendungen ist der Film alles andere als vorhersehbar. Auch das Ende und die Auflösung konnte man so nicht unbedingt erwarten. Ebenso hat der Film jede Menge leise Zwischentöne zu bieten, die hier das Salz in der Suppe sind. Einem spannenden Abend steht also nichts mehr im Wege. Zur endgültigen Ausstattung der DVD können wir keine Angaben machen, da uns eine Ansichts-DVD vorliegt. Der Film alleine rechtfertigt aber schon eine Anschaffung und wird Genrefreunde sicher begeistern.