Nachdem der Wattenscheider Rock-Mucker Axel Rudi Pell in der Vergangenheit immer mal wieder seine Studio-Releases um ein oder zwei Cover-Versionen angereichert hat, geht er mit seinem aktuellen Release noch weiter und präsentiert mit „Diamonds Unlocked“ gleich ein komplettes Album mit Neuinterpretationen einiger seiner Lieblingssongs.
Bei der Auswahl beschränkt er sich, wie man es bereits von ihm gewohnt ist, nicht alleine auf Titel seines eigenen, metallischen Genres, sondern hat zusätzlich auch den ein oder anderen Pop-Klassiker im Repertoire. Ungewöhnlich mutet jedoch zunächst an, dass diesmal keine Rainbow oder Deep Purple Songs vertreten sind, für die Pell ja bekanntlich bislang immer ein besonderes Faible hatte, aber das muss ja nicht weiter stören.
Obwohl ich mich selber als großen Pell-Fan outen würde, muss ich zugeben, dass ich mit der neuen Platte nicht so wirklich glücklich bin. Natürlich gibt es hier eine ganze Reihe Highlights in den Umsetzungen des bekannten Liedguts, was nicht zuletzt daran liegt, dass nicht nur der Meister himself musikalisch über einige Fingerfertigkeiten verfügt, sondern sich auch in der Sicherheit einer exzellenten Begleitband wähnen darf, bei der einmal mehr sicherlich das Goldkehlchen von Johnny Gioeli hervorsticht. Allerdings verzeichne ich für mich in der elf Tracks umspannenden Playlist der vorliegenden Scheibe schon den ein oder anderen klassischen Schuss in den Ofen. Die Phil Collins Nummer „In the Air Tonight“ verreckt im Vergleich zur Original-Version und vor allem zur starken Ray Wilson Interpretation saft- und kraftlos in den Boxen, genauso wie „Beautiful Day“ (im Original von U2) ohne große Akzente zu setzen vor sich hinlullert. Da hat man sich in meinen Augen etwas übernommen. Dass die Jungs es besser können, beweisen sie dann in Stücken wie „Won’t Get Fooled Again“, das mir in der Pell-Version besser gefällt als im Original von The Who, oder auch „Love Gun“ von Kiss, dass man zu einer kraftvollen Ballade umstricken konnte.
Fazit: „Diamonds Unlocked“ hat sicherlich seine schönen Momente, aber für meinen Geschmack hätte Axel Rudi Pell lieber ein neues Album mit eigenem Material präsentieren und in dieses ein oder zwei neue Cover-Songs einfließen lassen sollen. Fans der Combo kommen mit diesem Album zwar bestimmt gut klar, aber wer mit seiner Kohle strenger haushalten muss, der kann das sauer Verdiente momentan auch in essentiellere Werke besser investieren. Ohne Wertung!
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