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ASP: Aus der Tiefe (Der schwarze Schmetterling IV)

(Trisol/Soulfoog)

Autor: DJ / Wertung: 9.5 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Bild von ASP - Aus der Tiefe (Der schwarze Schmetterling IV)Bei Releases aus dem Gothic Genre resigniere ich in letzter Zeit bereits vor dem ersten Hören, befürchte ich doch in meinen Jugenderinnerungen an eine etwas andere Musikbewegung enttäuscht zu werden. Die letzten Veröffentlichungen, die mir zu Ohren gekommen waren, könnte man schlicht als platt bezeichnen, ohne das Fremde früherer Jahre. Und ebenso wie eine deutliche Kommerzialisierung in der Szene Einzug gehalten hat, so erschrecken mich auch Events in diesem Bereich häufig durch ihren von Eitelkeiten geprägten Charakter. Aus der Tiefe der Frankfurter Gruppe ASP kann ich allerdings bescheinigen, dass die DoCD mir sicherlich auch in jungen Jahren gefallen hätte. Die an solch Musik gesetzte Erwartung einer nebulösen Theatralik erfüllt alleine schon das sehr ansprechende Design des Digipacks, der neben den beiden CDs auch adäquat zwei Booklets bietet, die neben Bildmaterial die kompletten Texte in geschwungener Handschrift darbieten. Die Musik von ASP ist zwar nicht so experimentell, wie man sich das vielleicht wünschen würde, sondern weist neben dem üblichen Darkwave Klangbild auch zahlreiche moderne Einschübe auf, die sowohl den Stampf zeitgemäßen Gitarrenriffings beinhalten als auch das immer noch im Trend liegende Mittelalterflair. Die metaphorisch gehaltenen Texte malen zwar gezielt Bilder in die eigene Imagination, lassen aber ganz im Interesse der Band mannigfaltige Interpretationen zu. Dabei ist es vor allem der wirklich einfühlsamen, streckenweise zurückhaltenden Stimme von Sänger ASP zu verdanken, dass die Texte trotz Bildgewalt nicht zu sehr in den Vordergrund rücken, um von eventuellen Lücken im Songwriting abzulenken. Lücken, die ich allerdings auch nicht ausmachen konnte. Neben dem sakralen Opener Beschwörung gefallen vor allem das von Drive grotesker Weise an Helloweens I want out erinnernde Schwarzes Blut, das fließende, in Englisch dargebotene ME, das mit kräftiger Stimme intonierte, an einen kontrollierten Danzig angelehnte HUNGER und das schon poppige, flotte WERBEN. Beim abschließenden, in fünf Teile gegliederten Spiegelauge sticht vor allem das spielende PANIK hervor. Den roten Faden durch die Geschichte des schwarzen Schmetterlings legt man dabei mit eher gehauchten, denn gesprochenen Sequenzen, die nett, aber nicht auffallend, beinahe schon gewöhnlich sind. Ebenfalls etwas zwiespältig kann man auch der zweiten CD gegenüber stehen, die Remixe und Alternativversionen der bereits vorhandenen Tracks bietet und u.a. mit Remixen von Umbra Et Imago und Blutengel wirbt. Interessanter empfinde ich da schon die abschließende Lesung In der Folterkammer aus dem Buch Starfucker von Pit Hammann. Auch wenn Aus der Tiefe verdauliche Kost bietet, bei der man sich hier und da einmal einige Disharmonien, Überraschungen und das eine oder andere Aufschrecken wünscht, besitzt die Platte dennoch genug Qualitäten, um gerade Genrefreunden einige unterhaltsame Stunden zu bieten. Außerdem bietet der hübsche Digipack ein deutliches Mehr gegenüber den üblichen 08/15 CD Produkten, die den hohen Ladenpreis nicht rechtfertigen.

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