Ashlee Simpson hat den Erfolg wohl gepachtet. Von ihren ersten beiden Alben konnte sie mehr als vier Millionen absetzen. Logisch, dass die beiden Werke auch direkt an die Spitze der US-Charts schossen. Zwei ausverkaufte Solo-Tourneen und eine stetig wachsende Fangemeinde manifestieren ebenfalls ihren Erfolg. Mittlerweile konnte sich die Gute auch erste Meriten als Schauspielerin verdienen. Es läuft also. Dieses positive Gefühl wollte Ashlee nun auch musikalisch festhalten und so entstand schließlich „Bittersweet World“.
Geholfen haben ihr die Schwergewichte der aktuellen R&B Szenerie. Timbaland steuerte gleich die Hälfte der Songs bei. Der Rest wurde von Chad Hugo (The Neptunes) und Kenna erledigt. Das Endergebnis klingt dementsprechend und so wird auch „Bittersweet World“ ganz sicher an den Erfolg der ersten beiden Alben anknüpfen können. Die Rockzeiten scheinen somit allerdings auch vorbei zu sein, mit Ausnahme von „Little Miss Obsessive“, welches an alte Zeiten anknüpft.
Vieles auf „Bittersweet World“ klingt absolut zeitgemäß und braucht sich hinter einer Gwen Stefani oder Kylie Minogue nicht verstecken. „Outta My Head (Ay Ya Ya)“ hätte Frau Stefani sicher nicht besser hinbekommen. „Boys“ ist wesentlich melodischer und mit einer luftigleichten Popstimmung auf jeden Fall ein Garant für einen Sommerhit. „Rulebreaker“ sollte laut eigener Aussage von Ashlee Simpson ein „Ihr-könnt-mich-mal-Gefühl“ vermitteln. Mit dem angedeuteten Sprechgesang und dem schnellen Beathintergrund ist das auf jeden Fall gut gelungen. „No Time For Tears“ steht dafür dann endlich mal mehr im Zeichen der stimmlichen Qualitäten, die auf der Scheibe ansonsten etwas kurz kommen. „Ragdoll“ besticht ebenfalls durch absolute Hitqualitäten. Ein kleiner Höhepunkt ist das funkig angehauchte „Bittersweet World“ mit einer eingängigen Melodie und einem einprägsamen Basslauf. Auch „What I´ve Become“ und „Hot Stuff“ fügen sich in das homogene Gesamtbild hervorragend ein. Mit „Murder“ kommt zum Schluss noch mal eine starke Nummer, die von Timbaland sehr schön in Szene gesetzt wurde. Ruhige Töne läuten dann „Never Dream Alone“ ein, die eine Ashlee Simpson zeigen, die hier vielleicht die beste Leistung der gesamten Scheibe abliefert. Getragen von der Stimme und von einer melancholischen Note durchzogen ist dieser Song spärlich instrumentiert und besser als Vieles, was ihn ähnlichem Fahrwasser die Charts besiedelt, da dies hier ehrlich, authentisch und unaufgeregt klingt. Der Bonus-Track „Invisible“ zeigt Ashlee Simpson ebenfalls von einer rockigeren Seite. Unaufgeregt haut sie diesen Song raus, der sich ebenfalls zu einem heimlichen Höhepunkt des Albums entwickelt.
Fazit: Mit „Bittersweet World“ hat Ashlee Simpson neue Pfade betreten. Sie macht auch hier eine gute Figur, hat sich allerdings von Timbaland und einer The Neptunes-Hälfte auch einen zeitgemäßen Sound auf den Leib schneidern lassen und damit dürfte der Erfolg sicher schon vorprogrammiert sein. Insgesamt klingt die Scheibe trotzdem sehr vielfältig und hat einige interessante Beats zu bieten. Die rockigen Momente sind deutlich weniger geworden, was diese umso wertvoller macht. Auch zeigt sich die Vielfältigkeit von Ashlee Simpson in den ruhigen Momenten dieser Scheibe, die eine gereifte Sängerin präsentieren. Der Rest ist Bubblegumpop, der trotzdem eine Menge Spaß macht.