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Ash: Twilight Of The Innocents

(Warner)

Autor: schlimm / Wertung: 9 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher 1 Kommentar

AshDie Ankündigung, dass Ash mit einem neuen Album in den Starlöchern stehen, hat sicher keine allzu großen Euphoriewellen ausgelöst. Das war mal anders, aber nach dem, nun ja, eher mäßigen Meltdown-Album haben viele keinen Pfifferling mehr auf diese Band gesetzt. Einige Veränderungen standen zu dem auch noch ins Haus. Mittlerweile ist die Gruppe wieder zu einem Trio geschrumpft, Charlotte Heatherley ist nicht mehr dabei. Zudem sind Mark Hamilton und Tim Wheeler unabhängig voneinander nach New York gezogen und Rick McMurray hat es nach Schottland verschlagen. Somit war die Gruppe, die nun auch schon mehr als 15 Jahre auf dem Buckel hat, zumindest räumlich getrennt.

Aufgenommen wurde die neue Scheibe „Twilight Of The Innocents“ im neu angemieteten Bandstudio in Manhattan. Wo man gerade dabei war eh alles auf den Kopf zu stellen, hat Tim Wheeler die Produktion der Scheibe direkt auch noch selber in die Hand genommen. Es gab also die totale Freiheit im Studio, keine tickenden Gelduhren oder ungeduldige Produzenten. Logisch, dass sich so die Aufnahmen hinzogen und so dauerte es schließlich sieben Monate, bis das neue Werk im Kasten war. Letztendlich hat das Trio alles richtig gemacht, lange haben Ash nicht mehr so frisch geklungen wie auf „Twilight Of The Innocents“.

Schon der Albumeinstieg „I Started A Fire“ macht unglaublich Appetit auf mehr. Mitreißende Melodien treffen auf einen eingängigen Refrain, verpackt im Punkpopkostüm, mit unglaublich viel Schmackes. Ein Fest der guten Laune! Diesen Weg setzen Ash auch mit „You Can´t Have It All“ fort. Das Stück wird von einem treibenden Bass bestimmt. Im Refrain beweist Wheeler, dass er doch nichts verlernt hat und immer noch ein feines Händchen für großartige Hymnen hat. „Blacklisted“ hält das Gaspedal weiter bis zum Anschlag durchgetreten und besticht ein weiteres Mal durch seine Ohrwurmqualitäten. Nach diesem Auftakt werden bei „Polaris“ dann etwas andere Töne angeschlagen. Ruhig und eher nachdenklich startet der Song und wird von einem schönen Pianothema geleitet. Die Idee dazu kam Wheeler in Frankreich, als er mit Bono und The Edge zusammen saß und etwas auf dem Piano klimperte. Inwieweit die beiden U2 Protagonisten hieran vielleicht etwas an Input geliefert haben ist nicht überliefert, aber eine gewisse Ähnlichkeit zu deren Werk lässt sich nicht leugnen. „Palace Of Excess“ ist ein sehr abwechslungsreicher Powerpopsong, wie ihn nur Ash spielen. Danach widmen sie sich den etwas ruhigeren Tönen. „End Of The World“ wirkt allerdings durch zu dick aufgetragene Streicher auch ein wenig kitschig, eignet sich aber sicher gut als Single.

„Ritual“ ist im Mitdtempo-Bereich angesiedelt, bietet aber den gewohnt eingängigen Refrain. Der Song kommt zunächst etwas unspektakulär daher, fräßt sich aber nach mehrmaligen Durchgängen unweigerlich in die Gehörgänge. Fast sanft fließt „Shadows“ aus den Boxen. Wunderschöner Song mit fast melancholisch vorgetragenen Strophen. Bei „Princess Six“ rockt sich die Band sehr poppig, verpackt im Punkkorsett, durch den Song. Danach gibt es sogar einige düstere Töne zu vernehmen, „Princess Six“ erinnert hier und da sogar etwas an The Cure. Überraschend und überraschend gut! „Shattered Glass“ ist zwar nett und wird durch das Drumspiel bestimmt, ist insgesamt aber sicher einer der schwächeren Songs. Wobei schwächer unter vielen guten bis sehr guten natürlich auch wieder relativ ist. Zum Abschluss überraschen Ash noch ein weiteres Mal. Recht reduziert fängt „Twilight Of The Innocents“ an türmt sich aber über sechseinhalb Minuten zu einem gewaltigen Monster. Was für ein Ende!

Fazit: Wenn man es nicht besser wüsste, dann könnte man fast von einem Comeback sprechen. Natürlich waren Ash nicht besonders lange von der Bildfläche verschwunden, aber irgendwie melden sie sich mit „Twilight Of The Innocents“ so zurück, als kämen sie aus der Versenkung wieder empor. In dieser Form ist mit dem Trio ganz sicher auch in der Zukunft zu rechnen. Sehr schön, eine Platte, von der man (fast) nichts erwarten konnte und dann hält man dieses feine Teil in den Händen.

http://www.ash-official.com/

1 Comment »

  1. Ich schließ mich vorbehaltlos an. Siehe Website :D

    Comment by anni — July 9, 2007 @ 5:00 pm

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