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Asger Leth: Ghosts of Cité Soleil Tipp!

(Ascot Elite Home Entertainment GmbH)

Autor: Katze / Wertung: 11.0 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Asger Leth: Ghosts of Cité SoleilInhalt: Haiti 2004: Gegen die heranrückende Rebellenarmee und die landenden UN-Truppen mobilisiert Präsident Aristide seine treuesten und gefährlichsten Anhänger, die Gangs von Cité Soleil, einem Slumvorort von Port-au-Prince. Die Gangster dieser „Chimères“ („Geister“) sind die Herrscher der Slums, schwer bewaffnet, immer bereit zu töten oder zu sterben.

Was sich im ersten Moment als spannungsgeladener Stoff für einen Action reichen Hollywood-Film anhört ist leider alles andere als auf Hochglanz poliertes Popcorn-Kino sondern grausame, bittere, kalte und schonungslos offene Realität. In der Cité Soleil, von vielen als gefährlichster Ort der Welt bezeichnet, dokumentiert der dänische Filmmacher Asger Leth ungeschminkt das Alltagsleben der Ärmsten der Armen auf Haiti. Im Mittelpunkt seiner Geschichte stehen die Brüger 2pac und Bily, die – beide Gangleader eigener Chimères-Gangs – in einem Strudel aus Gewalt, Liebe und Verzweiflung ihren brutalen Alltag zwischen Waffen, Drogen und der universellen Antriebskraft HipHop und Rap zu meistern versuchen. 2pac und Bily verbindet ein Hassliebe, die irgendwann im Laufe des Geschehens immer mehr einem Pulverfass ähnelt, das zu explodieren droht, als sich ein Eifersuchtsdrama zwischen den beiden um die französische Sozialarbeiterin Lele entspinnt.

Was diese Dokumentation neben der ohnehin schon ebenso spannenden wie realen Geschichte so faszinierend macht sind die unglaublich intensiven Bilder aus dem Elendsviertel und deren Bewohner. Selbst als reiner Zuschauer hat man das Gefühl immer schneller in den Strudel aus Verzweiflung und Gewalt zu rutschen, was vor allem daran liegt, dass die Protagonisten des Filmes die Kamera schonungslos nahe an sich heran gelassen haben und man somit quasi die ganze Zeit mitten im Geschehen sitzt. Weiteres Highlight der Dokumentation ist die Einbindung von Wyclef Jean, der als Kind der Cité zusätzliche Einblicke in die Szene vermitteln kann.

Fazit: Asger Leth bietet mit seiner Dokumentation „Ghosts of Cité Soleil“ einen ungewöhnlich tiefen Einblick in das Leben der Einwohner der Elendsviertel von Port-au-Prince und zeigt der Öffentlichkeit den Bürgerkrieg in Haiti aus einer Perspektive, die viele so nicht kennen dürften. Die Gefahr, in die sich Leth für dieses Werk begeben haben muss, dürfte enorm gewesen sein, wie man sich nach der Betrachtung des Filmes selber ausmalen kann. Aber alles Risiko hat sich gelohnt, denn diese Dokumentation zählt mit zu dem Besten, Intensivsten und vor allem Berührendsten, das ich je gesehen habe. 11 Punkte!

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