Max Lewis und Mirza Ramic legen mit „Matador“ den Nachfolger des famosen Debütalbums „Black Paris 86“ vor. Die Erwartungen dürften groß sein, da das Erstlingswerk Kritiker und eine immer größer werdende Fangemeinde gleichermaßen überzeugen und begeistern konnte. Unterstützung erhielten die beiden Frickler aus Cambridge von einigen Freunden und Musikern. Die elf Songs dürften die Erwartungen sicher erfüllen, wenn nicht sogar übertreffen.
Auf knapp 45 Minuten nehmen einen Arms & Sleepers wieder mit auf eine Reise durch ihre Klanglandschaften. Die zum Teil spärliche Instrumentierung spricht mal wieder die Synopsen im tiefsten Inneren an. Wirkt „Orly“ noch eher wie ein Fragment geht bei „Matador“ förmlich die Sonne auf – im wahrsten Sinne des Wortes. Dem Zuhörer bleibt es hier selber überlassen sich die entsprechenden Bilder vor das geistige Auge aufzurufen. Erst zum Schluss setzt der Gesang ein und klingt doch nur wie ein weiteres Instrument.
Die zum Teil wunderschöne Atmosphäre wird aber auch von einer düsteren Szenerie durchweht. „Helvetica“ versprüht beispielsweise eine fast bedrückende Stimmung. Einen Song auf diesem Album „Kino“ zu betiteln kommt auch nicht von ungefähr, denn passender könnte man die Musik von Arms & Sleepers nicht umschreiben. Mehr Kopfkino geht nicht! Etwas mehr Abwechslung wäre sicher nicht schlecht, auf der anderen Seite muss man sich die gediegenen Songs vom Schlage „The Paramour“ auch erst erarbeiten.
Fazit: Willkommen in der Welt von Arms & Sleepers. Willkommen auf einem ganz anderen musikalischen Planeten. Der Zuhörer ist herzlich dazu eingeladen sich seinen eigenen Film mittels der Musik im Kopf abzurufen. Bisweilen etwas anstrengend und wenig abwechslungsreich, auf der anderen Seite aber immer zwingend und einfach nur schön!
