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Aretha Franklin: 3 Original Album Classics
(Sony Music)


Autor: schlimm / Wertung: 7 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Aretha Franklin ist eine der ganz großen Stimmen des Soul und Jazz. Der jüngeren Generation ist sie mittlerweile auch ein Begriff, da ihre Songs Einzug in die Werbung gehalten haben. Gerade zu Beginn ihrer Karriere war sie immens umtriebig und aktiv und hat eine Menge Alben und Songs eingesungen. Erfolgreich war sie damit zunächst allerdings nicht sonderlich. Trotzdem sollte man sich dieser Karrierephase nicht verschließen und umso schöner ist es, dass Sony nun auch von Aretha Franklin drei Original Alben in einer Box neu aufgelegt hat.

„The Electrifying“, „The Tender. The Moving. The Swinging Aretha Franklin“ und „Soul Sister“ werden in zweckmäßigen Cardboard-Sleeves geliefert, wie es eben bei dieser Reihe üblich ist. Die Cover der einzelnen Alben fangen zudem den Zeitgeist der 60er sehr gut ein.

Den Auftakt macht „The Electrifying“. Musikalisch sind die einzelnen Songs sicher keine Offenbarung. Im Bigbandstil und mit Streichern orientiert man sich hier deutlich an den Alben von Ray Charles. Die Arrangements wurden nicht der Stimme von Aretha Franklin angeglichen, sondern die Sängerin muss sich selbigen unterordnen. Und trotzdem lassen die Tracks die Extraklasse der Stimme nicht nur erahnen, sondern deutlich erkennen. „I Told You So“, „Nobody Like You“ oder „Just For You“ lassen beispielsweise schon erahnen, welches zaghafte Pflänzchen da im Begriff ist zu erblühen.

Mit „The Tender. The Moving. The Swinging Aretha Franklin“ wird der eingeschlagene Weg im Grunde fortgesetzt und man hätte das Album auch schlicht „The Electrifying Part II“ betiteln können. Wie auch der Vorgänger ist dieses Album alles andere als schlecht und Aretha Franklin hat einfach eine Stimmgewalt, die jedem Song eine ganz spezielle Note verleiht. Leider sind die Arrangements nicht sonderlich spannend und so klingen „Just For A Thrill“ oder „God Bless The Child“ ziemlich ähnlich und „Try A Little Tenderness“ ist gesanglich sicher ganz toll umgesetzt nur ist die musikalische Untermalung viel zu seicht. Trotzdem ist dies ein wertvolles Album, da man auch hier so langsam erahnen kann, dass da eine neue Soul-Königin heranwächst.

Das letzte Album ist das programmatische „Soul Sister“. „Until You Were Gone“ zeigt eine Aretha Franklin, die stimmlich ein ganzes Stück gereift scheint. Dieser Eindruck verfestigt sich auch auf „You Made Me Love You“ oder auf dem traurigen Gospel-Stück „Take A Look“ und dem fast rockigen „Can´t You Just See Me“. Erwachsener und selbstbewusster klingt sie. Insofern kann man anhand dieser drei Alben die Entwicklung von Aretha Franklin auf wunderbare Art und Weise nachvollziehen. Erfolgreicher waren freilich andere Werke, aber wichtig sind auch diese hier.

Fazit: Musikalisch ist dieses Set sicher keine Offenbarung und klingt wie so vieles aus den 60ern. Die Arrangements wurden eben so angelegt, dass sie halbwegs einen Erfolg garantierten. Dass dies hier in die Hose ging ist da fast bezeichnend – Erfolg lässt sich eben doch nicht immer planen. Stimmlich lässt Aretha Franklin aber schon mehr als erahnen, dass sie ganz besondere Fähigkeiten besitzt und anhand der drei Alben kann man ihre Entwicklung wunderbar nachvollziehen. Für die Musikwelt waren andere Alben von Aretha Franklin weitaus wichtiger, aber für das Oeuvre von ihr selbst sind die Werke dann doch von immenser Bedeutung.

http://www.aretha-franklin.com/

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