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Aqualung: Memory Man

(Red Ink)

Autor: schlimm / Wertung: 7,5 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Aqualung Memory ManWährend auf der anderen Seite des großen Teichs noch die ersten beiden Alben von Aqualung verarbeitet werden, gibt es nun schon Nachschlag in Form der neuen Platte mit dem programmatischen Titel „Memory Man“. Wobei die ersten beiden Alben auch nicht ganz stimmt, denn in den USA wurde daraus eine Zusammenstellung gezimmert, die dann unter „Strange and Beautiful“ in die Läden kam und unter die Leute gebracht wurde. In der Zwischenzeit hat sich im Hause Hales eine Menge getan. Vater ist er geworden. Dies hat nicht nur sein Leben verändert, sondern auch die Sicht der Dinge. Dies hört man „Memory Man“ auch deutlich an. Einerseits scheint er in seiner neuen Rolle vollauf des Glücks und auf der anderen Seite macht sich Hales doch auch den ein oder anderen Gedanken über den Zustand unserer Welt und der Gesellschaft. Ein Kopfalbum also? Jein.

Erstmals hört man hier deutlich, dass es sich um ein Bandalbum handelt. Genau genommen ist dies sogar eine Familienscheibe. Ehefrau Kim Oliver hat an den Songs mitgeschrieben und Bruder Ben Hales hat nicht nur mitkomponiert, sondern auch gleich Gitarre und Bass bedient. Insgesamt durfte der geneigte Fan nun vier Jahre warten und ja die Zeit wurde wohl sinnvoll genutzt und es hat sich gelohnt.

Dass Hales mal in den Genuss einer erstklassigen Keyboard-Ausbildung gekommen ist, hört man „Memory Man“ deutlich an. Das klimpernde Piano ist nicht nur beim forschen Opener „Cinderella“ zu vernehmen, sondern zieht sich im Grunde wie ein roter Faden durch die gesamte Scheibe. Natürlich gibt es hier auch genügend Gitarrenarbeit, aber beides zusammen erinnert doch sehr stark an U2. Wer das letzte Album der Iren mit all´ seinem Glöckchengebimmel mochte, der wird auch hiermit seine helle Freude haben. Aber keine Angst, die Lo-Fi Attitüde ist natürlich nicht verschwunden, nachzuhören auf der ersten Single „Pressure Suit“. Interessant sind die langsamen, ruhigen und melancholischen Momente wie beispielsweise bei „Glimmer“ oder „The Lake“ Letzterer könnte ja fast als Überbleibsel der „OK Computer“- Phase von Radiohead durchgehen – und dies ist durchaus als Kompliment zu verstehen. Auch den experimentellen Ansatz beherrschen die drei Hales, wie sie mit „Black Hole“ zu beweisen versuchen.

Fazit: Fans von U2, Coldplay, Keane, Snow Patrol oder Travis werden und dürfen sich Aqualung und das neue Werk „Memory Man“ ganz sicher ins Regal stellen. Den ein oder anderen überraschenden und schönen Momente hat die Platte auf jeden Fall zu bieten, der Rest ist absolut gelungener Standard-Insel-Pop-Schwulst und wer das mag, der ist hier goldrichtig. Insgesamt recht nettes Stückchen Musik.

www.aqualungmusic.de

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