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Anne Murray: Duets friends & legends

(EMI)

Autor: schlimm / Wertung: 8 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Wie? Sie kennen Anne Murray nicht? Na dann gehören Sie aber vermutlich nicht zu den 50 Millionen, die einen Tonträger von ihr gekauft haben. In den USA und ihrer Heimat Kanada ist die gute Frau jedenfalls ein Star und sie konnte bisher in der Tat 50 Millionen Alben an die Frau und den Mann bringen. Mehrere Grammy-Auszeichnungen und kanadische Juno Awards sind zudem ein sicheres Anzeichen dafür, dass die Frau ihr musikalisches Handwerk beherrscht und versteht.

Der Albumtitel „Duets“ lässt es schon vermuten, es handelt  sich um ein lupenreines Duettalbum. Außergewöhnlich an der Scheibe ist zudem, dass sich ausschließlich weibliche Stars aus allen Bereichen die Studioklinke in die Hand gaben. Insgesamt besticht das Album mit siebzehn Songs aus der langen Karriere von Anne Murray, die neu interpretiert und aufgenommen wurden.

Insgesamt ein sehr schönes und traditionelles Album. Was allerdings weniger gelungen und regelrecht ärgerlich ist, dass manche Nummern nicht ausgespielt werden, sondern einfach ausgeblendet. Beim Cover und Booklet hätte man sich auch etwas mehr Mühe geben dürfen, so verbreitet die ganze Geschichte nämlich etwas Wühltisch-Charme und der ist hier absolut nicht angebracht! Dafür ist das Album auch einfach zu gut.

Mit Dusty Springfield, Emmylou Harris, Nelly Furtado, Carole King, k.d. lang und Shelby Lynne, um nur einige zu nennen, sind schon Schwerkaliber aus dem Musikgeschäft angetreten um Anne Murray musikalisch und besonders stimmlich zu unterstützen. Die Damen singen und duettieren sich durch Songs wie „I Just Fall In Love Again“, „Another Pot O´ Tea“, „Daydream Believer“ oder „A Love Song“. Musikalisch bewegen sie sich dabei meist in ruhigen Gewässern, selten zieht ein Sturm auf. Die Stimmen passen jeweils perfekt zueinander, wobei die leicht kratzige und rauchige von Anne Murray immer im Vordergrund steht.

Country, Folk und eine Prise Americana werden hier sehr schön in Szene gesetzt. Hin und wieder ist eine Prise zu viel Kitsch und Schmalz über die Songs ausgeschüttet worden, aber das hält sich in Grenzen und die überwiegend im Balladensegment angesiedelten, traditionellen Songs überzeugen auf ganzer Linie. Wenn dann mal die Rockzügel, wie bei „You Won´t See Me“ gelockert werden, zeigt sich eine andere, klasse Seite von Anne Murray. Im Übrigen ist die Scheibe ein kleine Reise in die Vergangenheit. Sehr viele Songs kennt man und hört man nach Jahren das erste Mal wieder. „Snowbird“ (hier mit Sarah Brightman) dürfte ebenso bekannt sein, wie das legendäre „Daydream Believer“. „When I Fall In Love“ (live mit Celine Dion) hat sicherlich auch schon das ein oder andere verliebte Pärchen zu Tränen gerührt und „Could I Have This Dance“ sollte ebenfalls bekannt sein.

Fazit: „Duets“ ist eine wirklich gelungene und homogen zusammengestellte Sammlung von Anne Murray und ihren Duettpartnerinnen. Ein Album für Traditionalisten und Träumer, die auch mal die ruhigen Momente zu schätzen wissen und die in der Lage sind Musik noch eine Stunde lang zu genießen.

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