Anne is back! Und gottlob wieder in alter, vertrauter Form. Das einstige Waisenkind tritt in diesem Vierteiler die Stelle der Rektorin an der Schule von Windy Poplars an und muss sich erneut mit einem aus den Nähten platzenden Jutebeutel Zwischenmenschlichen herumschlagen. Aber nach den neuen vier Folgen weiß der Hörer, dass selbst die tiefsten Abgründe, die schwierigsten Verstrickungen und das unmenschlichste Menschliche vom Rotschopf bezwungen werden können. Nach beinahe fünf Stunden Mädchen-Hörspiel atmen selbst toughe Matrose hörbar auf – und für ein Tränchen muss Mann sich nicht schämen.
Der ganze Kitsch des letzten Vierteilers ist vergessen. Die Folgen 13-16 gehen also wieder deutlich zurück zu den Wurzeln, d.h. Anne erweicht knochige Herzen, hilft Jungverliebten und führt zusammen was zusammen gehört.
Mit ihrem verträumten, naiven und gradlinigen Wesen verzaubert sie dabei im Handumdrehen den gesamten Ort. Und wenn sie schließlich Abschied nimmt, ertrinkt das gesamte Städtchen in einem Meer aus Tränen. That’s how we like it!
Die Titanen aus Leverkusen sollten mehr Jugendhörspiele machen. Das habe ich bereits gesagt und wiederhole es auch gerne. Ob Jungen- oder Mädchenserien, vollkommen egal, ich bin mir sicher, Bosenius & Gruppe würden Zeitloses schaffen. So wie die frühen Hanni & Nanni aus den Europa-Regalen. Oder Pizzabande oder Schreckenstein aus dem gleichen Haus. Erzählungen, die ohne Zeitkolorit, sondern einfach nur mit einer schönen Handlung, perfekter Regie und stimmungsvollen Ensemble daherkommen. So wie die Anne-Hörspiele.
