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Ani DiFranco: Knuckle Down

(Righteous Babe / Indigo)

Autor: RM / Wertung: 8.0 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Bild von Ani DiFranco - Knuckle DownIhre Musik ist so unverwechselbar wie ihre optische Ausstrahlung. Sie vereint scheinbar äußerst selbstbewusst jegliche Widersprüche. Ani DiFranco – vielschichtig facettenreich, mal ruhig und harmonisch, traditionell verwurzelt, mal wild und unkonventionell, mal explodierend. Sie liebt den Punk, ihre Diktion findet sich allerdings in vielen Spielarten der Musik wieder. Ani DiFranco ist eine Ausnahmeerscheinung. Zwischen den Jahren 1990, das Jahr ihrer Debütveröffentlichung, und 2004, produziert sie achtzehn Alben und verkauft diese ohne jegliche kommerzielle Unterstützung über drei Millionen mal. Sie passt so gar nicht ins Bild der typischen Vermarktungsstrategen der Plattenindustrie. Das hängt wohl auch zum größten Teil an ihren politischen Aussagen. Damit tun sich eben hiesige, wie auch internationale Plattenfirmen und ihre Bosse im Hintergrund oft schwer. Doch wen interessierts? Ani DiFranco zumindest wenig. Sie geht ihren Weg, ohne wenn und aber. Sie hat eben ihren eigenen Kopf. Und das dieser an der richtigen Stelle platziert ist, lässt sie jeden wissen, der ihre zuhört. 1970 erblickt Ani DiFranco in Buffalo, New York das Licht der Welt. Bereits in jungen Jahren verschreibt sie sich voll und ganz der Musik. Sie interpretiert anfangs Beatles-Klassiker, gastiert landauf landab mit ihren Songs und ihrer Gitarre im Gepäck in Bars bis es sie mit 15 packt, ihr zuhause zu verlassen. Ani zieht es nach New York, die Stadt ohne Grenzen. Erste Gehversuche in der Großstadt wirken sich positiv auf ihr weiteres Schaffen aus. Sie komponiert eigene Songs und gründet schließlich, gegen jegliche Konvention, ihr eigenes Label „Righteous Babe Records“ – noch heute eine gefragte Adresse für all diejenigen, die Probleme mit Majorlabels anziehen. Ani DiFranco – kaum ist sie auf der Plattform erschienen, hat sie mit ihrer Anwesenheit schon für Aufregung und Aufsehen gesorgt. Ihre Musik ist in vielen Kreisen in aller Munde. Besonders die feministische Liga hat sie als Galionsfigur auserkoren, was sich wohl darin begründet, das Ani, mit ihren äußerst politisch geprägten Liedern, eine Masse an Gemütern erregt. Doch diese Ehre lehnt sie strikt ab. Nichtsdestotrotz haut sie textlich jedem in die Seite, der es ihrer Meinung nach verdient. Besonders die Republikaner haben es ihr angetan, aber auch die NRA – die „National Rifle Association Of America“ bekommt ihr Fett ab. Und so zieht sie ihr Ding durch. Ihre Attitüde bleibt der Punk, doch ihre Ausdrucksformen erblühen in den unterschiedlichsten musikalischen Genres. Ani DiFranco ist ein Energiebündel. Das bekommen auch andere Musikerkollegen zu spüren, bzw. sie schenken ihrem Tun mehr Beachtung. So gastieren u.a. an ihrer Seite und 1999 dann auch auf der CD „To The Teeth“ Prince und Maceo Parker. Mehr und mehr spielt Ani DiFranco mit den Gesetzen der Musik. 2004 gewinnt sie mit dem jazzigen Album „Evolve“, eine Veröffentlichung aus dem Jahre 2003, sogar einen Grammy für „Best Recording Package“. Ein absolutes Highlight nach 14 Jahren konsequentem Aufbäumen. Und dies, das sei angemerkt, fast durchgehend im Sologang. Doch, 2005, ist es nun endlich mal wieder soweit. „….Ani DiFranco ist nicht allein auf ihrem neuen Album….“, so verkündet es die hiesige Plattenfirma. Und wir haben reingehorcht. Tatsächlich, ein Haufen Musiker stellt sich ihr an die Seite. Da wären Todd Sickafoose (Bass, Wurlitzer), Patrick Warren (Piano…), Jay Bellerose (Drums, Percussion), Andrew Bird (Violin, Glockenspiel…), Tony Scherr (Guitar), Noe Venable ( Vocals), Julie Wolf (Melodica) und (Niki Haris (Vocals) - illustre Gäste, die Ani Difranco zum Teil bereits in der Vergangenheit die Treue gehalten haben. „Knuckle Down“ – das ungewohnte gewöhnt und trotzdem überrascht. Dem ist nichts hinzuzufügen. Ani DiFranco ist und bleibt so poetisch wie eh und je. Sie behält ihre Eigenständigkeit und lässt uns ihren eigenen Willen spüren. Sie überzeugt auf ganzer Linie, und dies zum einen poetisch bildreich, wie auch wild und ausgelassen unerbittlich. Obwohl „Knuckle Down“ eher wieder über weite Strecken akustischer und ruhiger rüberkommt als seine Vorgänger. Okay, Ausnahmen bestätigen die Regel. Egal. Raus mit dem Frust, dem Ärger und der Wut, raus mit der Lust und der Freude. Es macht wieder Spass, hinter die Texte zu blicken. Ob „Parameters“, ob „Minerva“ oder ob „Manhole“ – Ani DiFranco spielt mit Poesie und Musik wie kaum eine Zweite. Apropos „Manhole“ – „…..I Kissed You On The Street That Night On The Far Side Of Four, But I Didn´t Like The Taste in My Mouth Or Yours….” – perfekt. Wem es nach Poesie gelüstet, und nicht abgeneigt, sich facettenreicher Musik hinzugeben, dem sei Ani DiFranco ans Herz gelegt. Es sei gleichfalls hervorgehoben, sich ruhig mal mit den vergangenen 18 Werken auseinander zu setzen. Ich weiß, es könnte schwierig werden. Tracklisting: 01. Knuckle Down 02. Studying Stones 03. Manhole 04. Sunday Morning 05. Modulation 06. Seeling Eye Dog 07. Lag Time 08. Parameters 09. Callous 10. Paradigm 11. Minerva 12. Recoil Time: 57:22 min. Discographie: 1990 Ani DiFranco 1991 Not So Soft 1992 Imperfectly 1993 Puddle Dive 1993 Like I Said 1994 Out Of Range 1995 Not A Pretty Girl 1996 Dilate 1996 The Past Didn´t Go Anywhere 1997 Living In Clip 1998 Little Plastic Castle 1998 Up Up Up Up Up Up 1999 Fellow Workers 1999 To Th Teeth 2001 Revelling/Reckoning 2003 Evolve 2004 Educated Guess 2005 Knuckle Down

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