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Andrew Paul Woodworth: Eddy Ate Dynamite

(Rodeostar/SPV)

Autor: schlimm / Wertung: 8,5 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Nachdem Andrew Paul Woodworth der kommerzielle Erfolg in den 90ern mit seiner Band Elephant Ride nicht so recht gelingen wollte und die damalige Plattenfirma Sony auch kein zweites Album mehr veröffentlichte, versuchte es der gute Mann 2002 mit neuen Mitgliedern unter dem Namen Virgil erneut. Kritikerlob gab es zwar recht viel, aber davon kann man schließlich seine Brötchen immer noch nicht kaufen, auch hier blieb ein größerer Erfolg dann leider aus. Dabei konnte Andrew Paul Woodworth auch schon den ein oder anderen Preis abräumen. Den Ritterschlag gab es dann von John Paul Jones (ja genau, dem John Paul Jones von Led Zeppelin), als dieser bemerkte, dass der gute Andrew Paul Woodworth der beste Lyriker sei, mit dem er je zusammen gearbeitet hätte.

Nun nimmt der Mann also erneut einen Anlauf im Musikgeschäft mehr als ein Bein auf die Erde zu bekommen und veröffentlicht mit „Eddy Ate Dynamite“ sein Solodebüt auf Albumlänge. Ohne Zweifel ist er ein wahrlich guter Texter. Die besten lyrischen Ergüsse nützen allerdings alles nichts, wenn die Musik dazu nicht passt und nur wenig überzeugend ist. Diese Gefahr besteht hier zum Glück nicht. Irgendwo zwischen Singer und Songwriter mit einem gehörigen Popeinschlag rangieren die zwölf Songs und drei Interludes.

Ist der Albumopener „Thick Black Mark“ noch recht gefällig und unspektakulär, so kommt das hoffnungsvolle „Everything to Everyone“ mit einem zuckersüßen Melodiebogen und einem treibenden Rhythmus daher. „The Day After The Day After Tomorrow“ verfeinert diesen Ansatz noch und überzeugt mit einer verspielten Bläsersektion, die dem Song die entsprechende Würze verleiht. Die Nummer rangiert irgendwo zwischen Ben Folds und den Eels. „Pleasure To Meet You“ deckt dann solide das Balladenfach ab, bei dem die Stimme eindeutig im Vordergrund steht. „Salesman“ besticht durch einen rockigen Ansatz und sein treibendes Schlagzeug- und Bassspiel. Die Interludes lockern die Atmosphäre durch eine verspielte und üppige Instrumentierung übrigens sehr schön auf, man höre dazu bitte „Seen Change“. „Something You Could Do“ wäre eigentlich verzichtbar, würden die Bläser die Nummer nicht aus dem Mittelmaß herausholen. „Give Me An Hour To Clear My Throat“ ist ein mit Zuckerwatte überzogener balladesker Song der sich thematisch mit dem Thema Eifersucht auseinandersetzt. „This Could Make Me Religious“ baut sich langsam auf bevor die Nummer in einen mitreißenden Refrain mündet. „Turkish T.V.“ mit seiner netten Popmelodie versprüht eine hoffnungsvolle Atmosphäre mit einer Prise Melancholie versehen. „Ropemaker´s Daughter“ beendet die Scheibe dann sehr schmissig mit alle Zutaten traditioneller amerikanischer Musik. Gut, ganz zum Schluss gibt es noch „Fight For Your Right To Party“. Wer hinter dem Titel eine Coverversion vermutet, der liegt richtig. Dies ist der Anfang von allem. Dieses ist der erste Take der ersten Aufnahme. Das Beste daran ist, nach Meinung von Andrew Paul Woodworth, dass die Beastie Boys die Freigabe für den Song gegeben haben, nachdem sie ihn gehört haben. Und sie geben fast nie Songs frei. Im Übrigen ist der Track nur noch am Text zu erkennen.

Fazit: Dem aufmerksamen Leser wird das Wörtchen Atmosphäre nicht entgangen sein. Andrew Paul Woodworth hat auf seinem Album davon jede Menge geschaffen. Eine dichte dazu. Die vermeintlich leichtfüßigen Melodien offenbaren ihre volle Schönheit nicht unbedingt sofort, was ja kein schlechtes Anzeichen für eine langlebige Scheibe ist. Ein sehr gelungenes Debütalbum. Jetzt kann man Andrew Paul Woodworth nur noch viel Erfolg wünschen!

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