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Alicia Keys: As I Am (The Super Edition CD/DVD)

(Sony BMG)

Autor: schlimm / Wertung: 9 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

„As I Am“ ist mittlerweile das dritte Album von Alicia Keys. Das Werk hat schon mehr als sechs Million Käufer gefunden und die Zahl dürfte sich ständig nach oben korrigieren. Alicia Keys, die im New Yorker Stadtteil Hell´s Kitchen aufgewachsen ist, hatte nämlich die ganz besondere Ehre zusammen mit Jack White den aktuellen Bond Song aufzunehmen. Dieser Ritterschlag brachte sie natürlich wieder in das kollektive Gedächtnis sämtlicher Musikhörer und so wird ihr Album erneut aufgelegt – angereichert mit jeder Menge Bonusmaterial. Selbstverständlich kann man über diese leidliche Praxis, die sich mittlerweile quer durch den Gemüsegarten der Musikindustrie zieht, trefflich streiten. Wer das reguläre Album seinerzeit erworben hat, wird sich nun vermutlich schwarz ärgern. Auf der anderen Seite werden die Abverkäufe nun selbstverständlich wieder anziehen, denn viele, die sich bisher nicht zu einem Kauf durchringen konnte, wird es jetzt leicht(er) gemacht.

Der Qualität des Albums tut dies freilich keinen Abbruch und die gilt es an dieser Stelle unter die Lupe zu nehmen. Mit „As I Am“ ist eine deutliche Entwicklung festzustellen. Das Piano, welchem auf den vorherigen Werken viel Platz eingeräumt wurde, tritt hier etwas mehr in den Hintergrund. Alicia Keys setzt nun vermehrt auf Beats oder gar eine richtige Instrumentierung. Das Intro beginnt zwar in alter Manier mit einem klassischen Pianothema, aber spätestens, wenn die treibenden Beats einsetzen, horcht man erstmals auf. Oftmals sind die Intros ja eine nervige Angelegenheit, aber hier macht die Geschichte durchaus Sinn.

Mit „Go Ahead“ hat Alicia Keys sogar einen echten Track für die Tanzflächen dieser Welt aufgenommen. Mit „Superwoman“ folgt dann allerdings einer dieser typischen Pianonummer. Dieses Tribut an alle starken Frauen dieser Welt zählt auch gleichzeitig zu dem Besten was sie bisher gemacht hat. Besonders der Beginn ist sehr stark und völlig frei vom üblichen Keys-Pathos. Zum nervigen „No One“ muss man ja eigentlich nicht mehr viel sagen. Die Nummer wurde ja schon bis zum Erbrechen im Radio gedudelt. Auch das anschließende „Like You´ll Never See Me Again“ ist dieser typische Einheitsbrei, der die heutige Radiolandschaft gerne zukleistert. Umso überraschender, dass Alicia Keys diese Linie mit „Lesson Learned“ wieder verlässt. John Mayer unterstützt sie dabei an der Gitarre und insgesamt gefällt der Track fast in Singer/Songwriter-Manier. „Wreckless Love“ behält diese Richtung im Grunde bei, wird aber von einem sehr schönen Drumthema getragen. Das groovige „Teenage Love Affair“ und das rockige „I Need You“ stehen ebenfalls für den neuen Sound von Alicia Keys. Dieses neue Gewand passt vielleicht noch nicht perfekt, aber schlecht ist anders. Mit „Sure Looks Good To Me“ beendet sie die eigentliche Scheibe dann mit einem echten Ausrufezeichen.

Die Super Edition hält noch drei Schmankerl bereit. Mit „Another Way To Die“ ist selbstverständlich auch der Bondsong enthalten. Das typische Bondthema hört man natürlich sofort raus und die Handschrift von Jack White ist auch unverkennbar. „Doncha Know (Sky Blue)“ wertet die ganze Platte noch mal auf. Beginnt die Nummer in guter alter Motown-Tradition entwickelt sie sich nach hinten raus zu einem ordentlichen Stampfer. Auch „Saviour“ gefällt in ähnlichem Fahrwasser. Daumen hoch! Die Live-DVD - mit Aufnahmen aus dem Coronet Theater in London - zeigt eine Alicia Keys in Hochform und rundet das Paket wunderbar ab.

Fazit: Ob diese Super Edition nun wirklich notwendig ist, muss jeder für sich selber beantworten. Wer das Album allerdings noch nicht hat, der sollte nun nicht länger zögern. Selbst die größten Skeptiker müssen bei diesem Album anerkennen, dass Alicia Keys sich deutlich weiterentwickelt hat. Selbst wer mit dem bisherigen Schaffen von ihr nichts anfangen konnte (so wie der Verfasser dieser Zeilen), der muss anerkennen, dass ihr mit „As I Am“ nicht nur ein Werk gelungen ist, welches aus dem RnB-Einheitsbrei dieser Tage herausragt, sondern sogar mit Rock, Blues und Folk zu überzeugen weiß. Es ist zwar nicht alles Gold was glänzt und die Produktion ist auch nicht immer gelungen und manches viel zu sehr in den Vordergrund gemischt und bis zum Anschlag aufgedreht, aber dies ist ja auch wieder der Zeitgeist, aber unter dem Strich ist das hier ein beachtliches Album!

http://www.aliciakeys.com

 

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