A.J. Croce erfährt durch und unter seinen Musikerkollegen höchste Anerkennung. Die Namen aufzuzählen, die ihn schätzen und mit denen er schon gespielt hat, hört sich an wie das Who Is Who der amerikanischen Musikszene. Von B.B. King, über Aretha Franklin, Santana, Dr. John, Ben Harper bis zu Lyle Lovett reicht die Palette. Sämtliche relevanten Shows hat er ebenso schon bespielt, von The Tonight Show, über The Late Show mit David Lettrman, Conan O´Brien bis zu The Today Show. Freunde gepflegter Singer- und Songwriterkunst ist er selbstverständlich längst ein Begriff. Der ganz große, weltweite Durchbruch hat bisher aber noch auf sich warten lassen.
Mit seinem achten Album startet A.J. Croce nun erneut den Versuch der Welt zu zeigen, dass es auch abseits des Mainstreampops noch hörenswerte Musik gibt. Das Werk wurde im legendären Studio der Dust Brothers „The Boat“ in Silverlake in drei(!) Tagen aufgenommen. Der Tipp für den Aufnahmeort gab ihm Ben Harper. Dies ist zugleich das erste Livestudioalbum von Croce. Die Songs entstanden alle aus Musen und Inspirationen, die er über die Jahre gesammelt hatte.
„Cage Of Muses“ klingt in seinen Grundfesten recht entspannt. Manchmal leider auch zu entspannt. Musikalisch ist dies natürlich höchst wertvoll und die Live-Atmosphäre verleiht dem Album eine gewisse Leichtigkeit. Die Eröffnungsnummer „Cold And Green“ würde auch auf einem Album der Eagles vermutlich nicht weiter auffallen und „You´ve Said To Much“ klingt etwas zu brav. Erstmals richtig aufhorchen lässt einen „Coraline“. Hier klingt A.J. Croce wie die bissige Ausgabe von einem gewissen Paul McCartney! Danach macht sich leider wieder gepflegte Langeweile breit, nichts, was man nicht schon besser gehört hätte. Eine Prise Dylan, eine Schüppe Beatles, etwas Crosby, Stills und Nash (ohne Young) und fertig ist ein Album ohne rechte Höhepunkte. Man würde sich etwas mehr Pfeffer und Feuer wünschen. Eine Pianoballade wie „It´s Gone“ ist sogar recht nahe am Kitsch vorbeigeschliddert. Leider wird auch bis zu „I´ve Been Changing“ nicht mehr das Tempo variiert.
Fazit: Entweder fehlt mir der Zugang zu der Platte oder man kann diese nur in einer ganz bestimmten Stimmung hören, aber mir haben sich jedenfalls die ganze Vorschusslorbeeren, mit denen A.J. Croce bedacht wurde, nicht so ganz erschlossen. Musikalisch ist das zwar alles höchst ambitioniert, aber das Songwriting lässt doch etwas Abwechslung vermissen und letztlich klingt das Album dann wie eine zahnlose Singer/Songwriter Platte für alte Männer, denen Neil Young oder Bob Dylan schon zu progressiv sind.
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am Dienstag, den 2. Juni 2009 um 10:32 Uhr veröffentlicht
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