Inhalt: Andi Thiel sinnt auf Vergeltung. Die monatelange Arbeit, in einem Moment, von einem skrupellosen Kulturrat zunichte gemacht. Für ihn gibt es jetzt nur einen Weg, um sein Ziel zu erreichen. Er muß einen Pakt mit dem Klabautermann eingehen und die aus ihrem nassen Grab befreien, die er so verehrt. Gleichzeitig erreicht Nick Steiner, Top-Agent der Anti-Demon-Force, ein Notruf höchster Dringlichkeit. Rachel Helsing, ebenfalls eine Agentin der A.D.F., ist in dem beschaulichen Kurort St. Peter an der Nordseeküste spurlos verschwunden. Haben beide Ereignisse etwas gemeinsam? Kurz darauf trifft auch Ashley Pitt in Norddeutschland ein und nachdem das Demolition-Team wieder vereint ist, stehen sie einem neuen Feind gegenüber. Kapitän Torben Bloonstedt und den Freibeutern der Hölle.
Kritik: Seeräuber-Horror – das ist automatisch immer ziemlich trashig. Ob es zur See fahrende Skelette, ob es meuternde Vampire oder halt wie hier Zombies sind, irgendwie wirkt es immer ein klein wenig lächerlich. Da rettet selbst eine historische Hintergrundgeschichte nicht viel, der Kahn säuft vorzeitig ab. Es wirkt schlicht albern, wenn die untoten Seeleute durch die Stadt laufen, sich beim Küster vorstellen und ihm danach den Arbeitsplatz unter dem Hintern wegfackeln. Ich glaube, solch Absurditäten verdanken wir Jason Dark, der dem Unheimlichen, Untoten und Übernatürlichen menschliche Züge verlieh – und damit den Schrecken nahm. Gurgelnd, schmatzend, stinkend und vollkommen unberechenbar blöd, so mag ich meinen Zombie. Wie in wirklichem Leben: Vor Allem die Dummheit der Anderen macht einem Angst!
Zur schwachen Darstellung der höllischen Freibeuter gehören dann auch ihre Stimmen. Qualitätsschwankungen bei den Sprechern gehören zu einem A.D.F.-Hörspiel sicherlich dazu, aber diesmal bleiben die Bösewichte herzlich blass. Mit dieser Piratentruppe wäre jedes Moby Dick-Hörspiel zu einer seichteren Flipper-Folge geworden. Die Ratten aus der letzten Folge waren schlicht talentierter. Story und Sprecher sind also diesmal nicht das Gelbe vom Ei, aber die A.D.F. hat ja gottlob noch ein wenig mehr zu bieten, nämlich ihre Protagonisten Nick Steiner und Ashley Pitt. Horst Kurth und Moddin Meyer halten das Niveau – und überzeugen erneut durch chaotischen Witz, flotte Sprüche und wüstem Tanz. Manchmal wirkt es zwar auch noch etwas gestellt, wenn sie bei aller Dramatik nicht einmal außer Atem sind, aber… Schwamm drüber. Sie retten die sechste Folge auf jeden Fall vor dem Ruin. Und stimmen zum Schluss mit einem hübsch-schrägen Lied versöhnlich dafür, dass man den Erfolgskurs unterbrochen hat. Auch Freibeuter der Hölle hätte eine straffe, kürzere Spielzeit gut getan, denn die zwei CDs ziehen sich. Man sollte Value for money nicht überstrapazieren.
Skurrile Anekdote zum Schluss: Während Anton Thiel, egomanischer Dämonenbeschwörer, in der sechsten Folge beide Daumen einbüsst, verliert Sprecher Udo Scheurich einige Wochen später beim Laminatlegen tatsächlich einen Daumen. Eine Geschichte, wie man sie normalerweise nur von Heavy Metal-Acts hört, wenn sie mal wieder eine satanische Scheibe aufgenommen haben. Bei allem Schlagzeilenausschlachten – Gute Besserung!
[…] gefunden. Die Serie Mark Tate konnte bisher keinen Blumentopf gewinnen, die letzte A.D.F.-Folge Freibeuter der Hölle zeigte die Demonforce auch in blassem Gewand, das weder gruselig noch lustig war. Und weil man im […]
Pingback by » A.D.F. (Anti-Demon-Force): Der Clown von Venedig (File 7) Sound Base Online Magazin, das Magazin für Musik, Hörspiele, Hörbücher, Comedy, Anime & Literatur — March 3, 2007 @ 8:32 pm