Inhalt: Wo unter Schatten verborgen
Bäche fließen und Wälder rauschen -
wo manche furchtsam vor dem Blendwerk fliehen
und kalte Faiyen ihrer Pfade ziehen -
tief im Dickicht die Unlichen lauschen
dem Wind und dem Flüstern,
nachts und bei Tag -
mit funkelnden Augen … gen Tiefenhag.
Der Zellentrakt erglühte im Schein der Ölbecken. In den Entwelkungskerkern waren Nacht und Tag in Dunkelheit vergessen, gleich jenen, die hier ihr Dasein fristeten. Gaston stand knöcheltief in uraltem Staub. Von allen Seiten fiel der Hall der Schritte auf ihn herab und purpurnes Flüstern füllte seinen Geist.
Kritik: Nachdem Gaston zusammen mit seinem Vater aus Flußkreuz nach Tiefenhagen zurückgekehrt ist, wird Gaston von seinem Vater über die Geschichte und Funktion der Nebelchronisten aufgeklärt. Als Gaston in letzter Sekunde seinen Vater vor einem Anschlag retten kann, bekommt er von diesem den Auftrag, einen Boten zu besorgen, der die anderen Nebelchronisten zu einem geheimen Treffer zusammenruft. Zusammen mit seinen Freunden Dunrig und Halmir macht er sich deshalb auf den Weg nach Hügeldorn. In Hügeldorn erhält er bei einem Schmied den Boten, wird aber daraufhin mit seinen Freunden von Purpurnen Prüfern gefangen genommen und eingekerkert.
Ein zweifaches ‚Kratz’ gibt es für die dritte Folge Wehrlos der Fantasy-Serie Abseits der Wege. Denn zum einen weiß man nicht, ob einen die dritte Episode nun genauso überzeugt wie die zweite Episode Stromabwärts oder ob man doch wieder beim eher durchschnittlichen Eindruck der ersten Folge Unweit angekommen ist. Und zum anderen ist es erneut der zu große Abstand zwischen den einzelnen Folgen, der die Erinnerung an die vorherigen Folgen und auch an bereits eingeführte Charaktere trübt. Wer war noch mal diese Myrell?
Atmosphärisch hat Abseits der Wege die Krone auf. Sowohl die Sprache von Autor Andreas Gloge als auch die soundtechnische Untermalung erschaffen eine lebendige Welt, in der sich die Charaktere bewegen. An einigen Stellen wird man aber das Gefühl nicht los, dass die Atmosphäre die Geschichte etwas in den Hintergrund rückt. Der Hörer bekommt nicht soviel geboten, wie noch bei der zweiten Folge Stromabwärts. Die Flucht aus den Verliesen der Purpurnen Prüfer gestaltet sich schließlich auch etwas langatmig. Entschädigt wird der Hörer letztendlich durch das düstere Ende und den starken Cliffhanger.
Der Serie würde es gut tun, wenn die einzelnen Folgen dichter beieinander veröffentlicht werden. Vor Allem die großen Abstände zwischen den einzelnen Episoden trüben den Gesamteindruck. Dennoch darf es gerne mehr sein.