Rezensionen

Zur besonderen Verwendung: Band 1

(EinsAMedien)

Autor: DJ / Wertung: 9.5 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Bild von Zur besonderen Verwendung - Band 1Inhalt: Die Staragenten der GEIHEIMEN WISSENSCHAFTLICHEN ABWEHR (auch GWA genannt)Thor Konnat alias HC-9 und Hannibal Othello Xerxes Utan alias MA-23 bewegen sich im Milieu des Kalten Krieges zwischen Ost (Großraum Asien)und West.
Das ungleiche Duo erinnert an James Bond in Begleitung eines nicht gesellschaftsfähigen Bruders.
In den späteren Folgen verlagert sich der Aktionsradius in den Weltraum und die Agenten bekämpfen Außerirdische - die Wurzeln der Auseinandersetzung reichen weit in die Vergangenheit…

Die neue Serie des Kölner Labels EinsAMedien überrascht sicherlich in mehreren Punkten. Zum ersten erkennt man in der Handlung deutlich Parallelen zum frühen Perry Rhodan-Kosmos, wobei besonders der Ost-West Konflikt und die beiden ungleichen Titelfiguren, welche als Vorlage für Perry Rhodan und Reginald Bull gedient haben sollen, genannt werden müssen. Vermischt wurde das Ganze mit einem Schuss James Bond, sind es doch im Moment noch in erster Linie terrestrische Abenteuer mit Geheimagentencharakter.

Die zweite Überraschung findet sich in Sprecher Volker Risch, der sowohl von seiner Stimme als auch deren Einsatz und Performance verblüffend mit Rhodan-Artist Josef Tratnik konkurriert. Und die größte Überraschung ist, dass die Serie trotz ihres beinahe 50jährigen Alters noch verdammt gut funktioniert!

Schmunzeln wird manch einer sicherlich, wenn er die damaligen Utopien angesichts unserer tatsächlichen Realität betrachtet. Was damals SciFi war ist heute eine alte Socke. Interessant ist es dennoch, wenn Autor K.H.Scheer im Jahr 2002, in dem die Geschichte des ersten Bandes spielt, schon ein wiedervereintes Deutschland sieht, das Teil der Europäischen Union ist. Ein Relikt aus alten Tagen ist natürlich immer noch die Darstellung des kalten Kriegs.

Als Protagonisten kriegen wir auf der einen Seite den strahlenden Helden geboten, der mit seinen 34 Jahren schon eine 12jährige Elite-Ausbildung hinter sich hat, auf der anderen Seite den pfiffigen Freak, der gerne unterschätzt wird, seinem Kollegen aber eigentlich in nichts nachsteht. Beiden gemein ist das Überleben einer sehr riskanten Gehirnoperation, die sie nun immunisiert gegen Drogen und Hypnose. Ihr erster gemeinsamer Auftrag ist auch heute noch Motiv für jeden abendfüllenden Kinofilm oder 24 Stunden währende US-Serien: die Suche nach einem Virus, der in den falschen Händen (natürlich in den Händen des bösen Osten!) das gesamte Leben auf Kontinenten auszulöschen vermag. Selbstverständlich führt so eine Geschichte schließlich zu einem Showdown, der einem Finale aus der Feder von Ian Flemming ebenbürtig ist. Das macht den ersten Band zwar noch nicht so klasse wie K.H.Scheers späteres Baby Perry Rhodan, weiß aber aufgrund seiner flotten Handlung den Label-Angestellten Ren Dhark klar zu überholen. SciFi-Nostalgiker mit einer Affinität für britische Geheimagenten sollten die Serie antesten!

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