Nach inzwischen gut 6 oder 7 Durchläufen des aktuellen Werkes von Zero Hour hab ich gegenüber „A Fragile Mind“ immer noch mehr als gemischte Gefühle, so dass ich die anscheinend allgemein vorhandene Euphorie über diesen Release nicht zu 100 Prozent teilen kann.
Einerseits bieten die Herren aus San Francisco durchaus anspruchsvolle Progmucke, die abseits vom gängigen Klischee nicht nur sanft verfrickelt daherkommt, sondern durchaus den ein oder anderen Part bietet, der Härte technisch voll in die Fresse schlägt. Andererseits will bei mir kein einziger Song wirklich in den Gehörgängen hängen bleiben, ja ich muss sogar gestehen, dass sich die Platte für mich insgesamt etwas zu eintönig anhört. In dem Sektor schaffen es Bands wie beispielsweise Into Eternity einfach besser, eine Mischung aus Progsounds und harten Riffs herzustellen und damit den Hörer mit den Ohren an die Boxen zu fesseln. Schade eigentlich, denn musikalisch haben es die Herren von Zero Hour sicherlich ordentlich drauf, denn es blitzt hier wirklich viel Talent und handwerkliches Geschick auf, vor allem wenn man sich mit den ruhigeren Passagen in die Schiene von Combos wie z.B. Fates Warning begibt.
Fazit: Progmetaller, die auch mal zwischen durch ein härteres Riff vertragen können, sollten hier ruhig mal reinhören, denn wie bereits gesagt ist „A Fragile Mind“ sicherlich keins der schlechtesten Alben 2005. Für meinen Geschmack allerdings könnten die Jungs ruhig einmal etwas griffiger und abwechslungsreicher komponieren. Einfach mal harte Riffs und sanfte Progtöne verknüpfen reicht mir nicht für ein Hammeralbum, trotzdem wohlwollende 8,5 Punkte.