Wenn auch der Sommer dieses Jahr nicht so wirklich in Schwung kommen will, so spricht ja nichts dagegen, sich ein paar sommerliche Gefühle aus der heimischen Stereoanlage abzuholen. Genau das tue ich auch gerade, denn William White, der zwar inzwischen seine Zelte dauerhaft in der Schweiz aufgeschlagen hat aber den Großteil seines Lebens auf Barbados verbracht hat, versprüht quasi aus jeder Pore puren Sonnenschein.
Größtenteils in guter alter Singer / Songwriter Tradition präsentiert sich White hier in insgesamt 10 Songs, wobei er sich keinesfalls stilistisch auf dieses Genre beschränkt. Im Gegenteil: Immer wieder bedient er sich reichlich aus den unterschiedlichsten Genreschubladen, vorwiegend in denen des Blues, des Souls und natürlich auch in denen der karibischen Nationalmusik - des Reggae. Dabei gleitet er zu keinem Zeitpunkt in die Kategorie „Kopie“ ab, sondern schafft es, der Musik stets seinen eigenen Stempel aufzudrücken. Neben dem eigentlichen Songwriting ist vor allem der Gesang White’s ein wesentlicher Pluspunkt dieser Produktion, weil seine Art zu singen und die Färbung seiner Stimme dieser Platte den letzten Schliff geben. Musikalische Highlights auf diesem Album sind für mich persönlich vor allem der Opener „Rain“, das beschwingte „Let It Sink In“ und das textlich wie musikalisch ansprechende „Blame It On My Name“.
Fazit: Mit „Undone“ hat William White ein Album am Start, das sich wirklich hören lassen kann, zumal es für ein Debütalbum, und das ist es schließlich, erstaunlich homogen daherkommt. Eine schöne Platte, die sanft zum Träumen einlädt ohne zu irgendeinem Zeitpunkt in seichte, belanglose Pop-Gefilde abzudriften. 9 Punkte!