“Song of the Blackbird” ist wohl – so ich es richtig recherchiert habe – bereits das dritte Album des William Elliott Whitmore, stellt aber für mich sozusagen den Erstkontakt zu diesem Künstler und seiner Musik her.
Bisher hat sich Whitmore gemäß meinen Informationen wohl überwiegend in den Gefilden Folk und Country bewegt, eine Information, die für hier zur Besprechung vorliegendes Album keine Gültigkeit mehr besitzt. Zwar klingen sicherlich an einigen Stellen Anleihen an die Folk- und Countrymusic durch, aber auf „Song of the Blackbird“ geht es überwiegend in Richtung Blues zur Sache, wobei eben dieser Blues auch noch von ganz düsterer Natur ist, was mit den beschwingten, leichten Elementen der vorgenannten Stilrichtungen nur wenig bis gar nicht vereinbar ist. Das faszinierende für mich an diesem Werk ist die Tatsache, dass Whitmore wohl gerade einmal 27 Lenze zählt, stimmlich aber wie ein uralter Bluesman daherkommt, der sich sämtliches Leid der Welt dreimal auf seine viel zu schmalen Schultern geladen hat. Das erzeugt auf dieser Platte eine überwiegend melancholische Stimmung und lädt dazu ein, mal wieder ausgiebig im Selbstmitleid zu baden, so man denn ab und an eine solche Stimmung bei sich selber zulassen und auch genießen kann.
Was ich an „Song of the Blackbird“ etwas schade finde ist die Spiellänge der CD, denn diese kommt bei 9 Songs gerade einmal auf insgesamt knapp 31 Minuten. Da kann das gebotene Material eigentlich so gut sein wie es will, für eine CD, die zum vollen handelsüblichen Albumpreis verkauft werden soll, ist das mir persönlich eindeutig zu wenig. Sorry, aber da hilft auch das an dieser Stelle gerne zitierte ‚No Fillers, Just Killers’ Argument keines!
Fazit: William Elliott Whitmore ist wirklich ein guter, vor allem in Sachen Blues, wie man auf „Song For A Blackbird“ deutlich feststellen kann. Aber in Sachen Kundendienlichkeit muss er für meinen Geschmack noch deutlich zulegen, denn vom Material her könnte ich locker 10 Punkte in der Wertung vertreten, komme aber im Kosten-Leistungsverhältnis für mich leider maximal auf 7 Punkte. Das macht im Mittel 8½ Punkte und kommt aber zumindest mit der Empfehlung an Freunde der oben genannten Stilrichtungen daher, sich einmal intensiv zur Probe in dieses Werk hinein zu hören!