„Komm in meinen Wig Wam“, sang unser deutscher Exportbarde Heino einst und dürfte dabei kaum an die Skandinavier Wig Wam gedacht haben. Auch wenn Deutschlands Schlagergott mit steigendem Alter und Popularität immer lockerer in der Hüfte wird, dürften Outfit und Musik der Norweger seinem Geschmack nicht entsprechen. Und dennoch haben es Wig Wam im Jahr 2005 zum Grand Prix geschafft und waren – ebenfalls mit Monster-Klamotten ausgestattet – die Vorreiter für den diesjährigen Erfolg von Lordi. Und auch wenn sie selbst nicht die erhoffte Krone internationaler Geschmacksverirrung errungen haben, so sind die Vier sicherlich kein Geheimtipp mehr. Denn spätestens mit The Darkness ist Poserrock wieder angesagt. Und den haben Wig Wam verdammt gut drauf – und vergessen dabei dennoch nicht herzliche Selbstironie. Die Korken lässt man mit Songs wie Rock my ride, Gonna get you some day (Bon Jovi lässt grüßen), Dare Devil Heat, dem Instrumental The Riddle oder dem in Accept-Fahrwasser schwimmenden Breaking all the rules knallen. Dem Mainstream-Rock gibt man sich hingegen mit Nummern wie Bygone Zone oder Kill my Rock’n’Roll hin. Und balladeske Nummern wie Slave to my love und At the end of the day fehlen natürlich auch nicht.
Wer aufgrund des tuntigen, schrägen Äußeren der Gruppe an deren musikalischen Qualitäten zweifeln sollte, wird sicherlich schnell eines Besseren belehrt. Der Rock’n’Roll Zirkus ist zwar bunt, aber bewirtet große Artisten. Und auch das Argument, dass dies ja alles nichts Neues ist und alles schon mal da gewesen und überhaupt, zählt auch nicht, denn gerade dies ist ja gefragt. Wer den 80er Hard Rock sucht, wird hier auf jeden Fall satt bedient.
Rezensionen
Wig Wam: Wig Wamania
(Napalm/SPV)
Autor: DJ / Wertung: 9.5 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine
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