Die Wicked Sideburns sind verdammt sauer. So viel steht schon mal fest. Das Quartett aus Mettingen („zwei grobe Mettwürste, Frau Sauer, wir haben gleich Probe!“) versorgt uns mit Metalcore von soundtechnisch ordentlicher Güte, ohne jedoch wirklich zu überraschen. Die Songs auf „From dead Eyes“ laufen durch wie eine ordentliche Darmspülung und spätestens bei „Mankind“ muss man doch ein wenig grinsen ob der knatternden Double-Bass-Attacken. Sehr solide. Machine Head kommen in den Sinn und Sepultura – und damit irgendwie auch eine Zeit, die inzwischen schon so um die zehn Jahre vorbei ist. Und so langsam wendet sich das Blatt. Irgendwie dämmert’s: Auf Dauer sind die Wicked Sideburns nicht wirklich spannend.
Dass das Quartett dem Zeitgeist hinterherhinkt – das muss ja nicht zwingend schlecht sein – ist aber nicht das Hauptmanko. Insbesondere das einfallslose Riff-Geschiebe in den tiefen Regionen geht mir als Hörer nach 20 Minuten ordentlich auf den Sack. Fette Verzerrung und tightes Gebolze, das auf einer zünftigen Bier-Party für fliegende Matten und Spaß sorgen dürfte, für zu Hause jedoch gänzlich ungeeignet ist.
Rezensionen
Wicked Sideburns: From dead Eyes
(FinestNoise)
Autor: JK / Wertung: 6.0 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine
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