Rezensionen

We Are Scientists: Crap Attack

(Virgin / EMI)

Autor: schlimm / Wertung: 9.0 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Bild von We Are Scientists - Crap AttackNicht selten kommt es vor, dass We Are Scientists für eine britische Band gehalten wird. Es handelt sich hier aber alles andere um eine weitere Formation von der Insel, vielmehr kommen die drei Jungs aus dem fernen New York. Besonders viel ist über die Gruppe nicht in Erfahrung zu bringen, zumindest nichts mit einem großen Wahrheitsgehalt. Die Jungs erlauben sich öfters mal den ein oder anderen Scherz, besonders wenn es um ihre Biographie geht. Korrekt dürfte sein, dass sie sich auf dem Campus kennen gelernt haben und fortan einen gemeinsamen Weg gingen. Im Frühjahr diesen Jahres ließen sie dann ihr Debütalbum auf die Menschheit los und stießen dabei auf offene Ohren einer großen Hörerschaft. Die Kritiken waren durchweg positiv und dies auch völlig gerechtfertigt.

Wie aus dem Nichts kommt nun schon das nächste Album oder besser Songzusammenstellung auf den Markt. Eine Best Of? Natürlich nicht! Wie denn auch wenn man erst eine Platte am Start hat? We Are Scientists wären nicht We Are Scientists, wenn es sich dabei nicht auch wieder um etwas aus dem Kuriosenkabinett handeln würde. „Crap Attack“ wartet mit B-Seiten, Covern, Remixen und Akustik-Versionen auf. Ist fast unnötig zu erwähnen, dass dieses Material genauso gut ist, wie das eigentliche Hauptwerk.

Schon der erste Kracher „Ram It Home“ braucht den Vergleich mit der eigentlichen Single „Nobody Move“ keineswegs zu scheuen. Auch Tracks wie „Surprise“, „Mucho Mas“ oder „History Repeats“ stehen dem in nichts nach. Ob es die beiden Remixe unbedingt gebraucht hätte, sei mal dahingestellt. Die eigentlichen Höhepunkte der CD stellen aber sowieso die Coverversionen dar. Unglaublich was We Are Scientists daraus machen und wie sie die vier Stücke interpretieren. Ausgewählt dafür haben sie „Hoppipolla“ von Sigur Ros, „Bang Bang Rock & Roll“ von den ebenfalls sehr angesagten Kollegen von Art Brut, „Sie Hat Was Vermisst“ von Bela B. und den alten Phil Spector Kracher „Be My Baby“! Außer der Art Brut Nummer, die hier im Übrigen wie eine Mischung aus Velvet Underground und den Stooges daherkommt, sind das wohl nicht unbedingt Stücke, die man als erstes auf dem Zettel hat. Welches Potential die Band hat, verdeutlichen gerade diese Coverversionen. Was sie aus „Hoppipolla“ machen, davor kann man nur den Hut ziehen. Andere würden sich an einem Sigur Ros-Song sicher die Zähne ausbeißen. „Sie Hat Was Vermisst“ steht wohl für den Humor der Band, sehr lustige Umsetzung. Und selbst so ein ausgelutschter Song wie "Be My Baby“ passt hervorragend in das Bandkonzept.

Fazit: Auf „Crap Attack“ bekommt der geneigte Hörer 15 Tracks, die den Wahnsinn der Band auf den Punkt bringen – und die KLASSE! Das nenne ich mal eine vernünftige und gelungene Zusammenstellung abseits von dem üblichen Weihnachtsgeschäft Best Of und Greatest Hits Mist. Ebenfalls ist „Crap Attack“ nicht nur für die Ohren gedacht, nein, man bekommt mit der mitgelieferten DVD auch noch was auf die Augen, welche die kompletten Videos von „With Love“ enthält und ein komplettes London Konzert. Daumen hoch für dieses schöne Teil! Dieses Album ist sicher mehr als nur eine Überbrückung bis zum nächsten Studiowerk. Wie man hört, soll dies übrigens schon 2007 kommen. Wir sind gespannt!

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