Wenn man in der heutigen Zeit AOR oder Melodic Rock mag, dann ist man beinahe schon ein Freak, aber wenn man diesen Maßstab weiterführt, dann sitzen die größten Freaks in Italien und zwar genau bei Frontiers Records. Die Kontakte die die Herren des Labels in die beinahe vergessene Szene haben sind einfach unglaublich.
Auch bei der Band Vertigo handelt es sich nicht um einen Newcomer, sondern um ein Konglomerat aus erstklassigen Musikern, die schon seit Jahrzehnten Musik machen. Produziert hat das Ganze der Haus und Hof Produzent des italienischen Labels und als Musikanten sind zum Beispiel Alex Masi (Gitarre), Virgil Donati (Soul Sirkus, Ring Of Fire, Bass) oder Jason Scheff (Chicago, Background Vocals) dabei. Aber Zugpferd ist natürlich der Sänger, der sich in diesem Falle Joseph Williams schimpft. Kennt den noch wer? Okay, ich klär das mal auf. Mit der damaligen Geldmaschine Toto hat der Herr zwei Alben aufgenommen und zwar „Fahrenheit“ und „The Seventh One“, dann hat er noch einige Soloalben vorgelegt und seine Stimme an Simba im Film „König Der Löwen“ verliehen. Ach ja, auf der letzten Toto Single „Bottom Of Your Soul“ hat er auch gesungen. Nun aber genug zur Historie und zurück zum zweiten Vertigo Album.
Die musikalische Ausrichtung von Vertigo dürfte somit wohl klar sein, es geht sehr ruhig zu auf dem Scheibchen. Eigentlich ist „2“ der perfekte Soundtrack um die Seele baumeln zu lassen oder ein gutes Buch zu lesen. Die Musik entspannt und verführt zum träumen…also sollte man das mit dem Lesen einfach mal vergessen. Bei den teilnehmenden Musikern ist es kein Wunder, dass die Instrumente mit traumwandlerischer Sicherheit Melodien erzeugen, bei denen man beinahe automatisch die Augen schließt. Leider vergisst man nach zwei, drei Songs auch die Augen wieder zu öffnen und es kann passieren, dass man selig schlummernd auf dem Sofa sitzt. Denn manchmal ist „2“ einfach zu ruhig, zu melodisch und zu wenig Rock. Viele der Songs, wie zum Beispiel „Hold Me“, „Save It All For Me“ oder „Together“, sind einfach sehr balladesk angelegt und auch wenn ich bestimmt nichts gegen Balladen habe, aber diese Masse an balladesken Songs machen es einem doch manchmal sehr schwer.
Die Musiker sind erstklassig, die Stimme unverkennbar und auch die Musik hat viel Gutes zu bieten, starke Melodien, gute Produktion und trotzdem ist es kein Album, dass ich ohne Zweifel empfehlen könnte. Zwar werden sich Fans des AOR oder Melodic Rock die Finger lecken und auch Fans von Toto können problemlos zuschlagen. Mein großer Favorit auf „2“ ist der Song „Holy“, liegt wahrscheinlich daran, dass die unverwechselbare Stimme von Jason Scheff bei diesem Song die Akzente setzt. Alles in allem ein nettes Album, nicht mehr und nicht weniger!
Rezensionen
Vertigo: 2
(Frontiers Records / Soulfood)
Autor: CF / Wertung: 7.0 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine
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