Die finnischen Newcomer von Vanguard haben gar schon Schreckliches und Mysteriöses hinter sich. Nicht nur dass die Band angeblich vom Blitz getroffen wurde (wobei sie anscheinend in der Herz aus Gold unterwegs waren, denn es ist sehr unwahrscheinlich, dass die komplette Band dies überlebt), bei den Aufnahmen zu ihrem Demo drei Mischpulte explodierten (was sicherlich auch nicht so häufig vorkommt!) und auch noch bei den selben Aufnahmen ein Stromausfall drei Städte lahm legte, nein, jetzt kommt es auch noch ganz dicke: es gibt auch noch einen Techno-Act gleichen Namens! Die Götter meinen es wirklich nicht gut mit der siebenköpfigen Truppe.
Dabei ist die Band durchaus vom Glück verwöhnt, brachte ihr der Gewinn des Metal Battle doch einen Deal mit Armageddon Music. Ihr damaliger Auftritt muss dabei allerdings wesentlich überzeugender gewesen sein, als die Veranstaltung, die sie uns auf ihrem Debüt Succumbra bieten. Das in Hamburg von Lars Ratz produzierte Werk bietet eher fröhlichen Gothic Metal mit Klassikeinschlag, der an vielen Stellen lahmt wie ein altes Pferd.
Zum einen sind da das Sängerpärchen J.Grym und Suvi G. Er flüsternd, grunzend oder kreischend, allerdings in keiner Sparte überzeugend. Sie schwebt größtenteils geisterhaft im Hintergrund oder schlängelt sich mit Engelsstimme an den Songs vorbei. Um dann hier und da aber doch plötzlich mit ein wenig mehr Stimmpräsenz zu überraschen. Entweder hat die Dame sich noch nicht gefunden oder der Produzent hat einfach ihrer Stimme nicht den nötigen Raum eingeräumt. Auch instrumental kann man kaum punkten. Und das obwohl man neben der obligatorischen Instrumentierung noch mit Cello und Klaviar aufwartet. Der Einsatz dieser Instrumente ist zwar inzwischen in dieser Sparte Musik auch nichts Besonderes mehr, kann die Musik aber durchaus bereichern. Leider gelingt dies Vanguard auch nur stellenweise, so dass sie Songs gerade durch die zähe Geschwindigkeit am Ohr vorbeidümpeln. Frischer Wind für die Metal Szene sollte in meiner Vorstellung sicherlich anders klingen.