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Trivium, Dew-Scented, 09.12.2006, Live Music Hall, Köln

Autor: R@Z€ / Kommentare: Bisher keine

Jau das wars! Das war DIE Live-Band 2006. Tatort: Köln, Live Music Hall, 20.40 Uhr. Der Vorhang erhebt sich, die Bühne sie dreht sich, der König tritt ein. Dieser ist im selbigen Fall Trivium. Vier Jungs aus den USA, sie sich vor ein paar Jahren in den Kopf gesetzt haben, dem Heavy Metal neues Leben einzuhauchen. Und das tun die Jungs wahrlich mit Enthusiasmus und Spritzigkeit. Im Alter zwischen 20 und 25 veranstalteten Matt Heafy und seine Mitstreiter ein siebzigminutenlanges metallisches Freudenfest, dass einem warm ums Herz wurde, gar glaubte in die selige 80er Heavy und Thrash Metal-Zeit gebeamt worden zu sein. Die Drei Gitarrenträger nutzten jeden Zentimeter der Bühne aus und Schlagwerker Travis Smith vermöbelte sein Drumkit wie Rocky Balboa den Sandsack zu seinen besten Zeiten. Die geilsten Songs aller drei Alben wurden zu einem Best of-Programm par excellence, bei dem kein Hit fehlte, nacheinander rausgerotzt. Ascendancy, Detonation, Anthem, A gunshot to the head of trepidation, Pull harder on the strings of your martyr, To the rats (Damage Inc.–like) Ember to inferno (geil), Ignition (geiler) oder Like light to the flies (am geilsten). Fehlerfrei aufgespielt, mit einer Menge Spiellaune versehen und durch reges Stageacting aufgepeppt, schwappte die gute Laune bis in die letzten Reihen über. Maidenartige Melodien nebst Harris-Stretch-Hosen, Metallica-Attitüde und -Riffing sowie Megadeth-Filigranität sind die “drei Wege” Triviums. Es wurde getrasht, gerockt und in drei verschiedenen Stimmlagen gesungen und gebrüllt. Metal vom Feinsten. Ich hatte den Eindruck das keiner der Zuschauer enttäuscht war, außer dass die Spielzeit viel zu kurz war und auch hier die Shirts mal wieder 30,00 Euro kosteten. Ersteres war verständlich und bekannt, da in der LMH samstags grundsätzlich um 22.00 Uhr Sense ist und danach Discotime ist. Zweiteres hatte die Anwesenden wohl nicht weiter gestört, denn der gesamte Merch-Bereich war vor dem Trivium-Auftritt fast restlos ausverkauft. Die Band hat mich bereits zum zweiten mal (mit Arch Enemy) in diesem Jahr restlos überzeugt und meiner Meinung nach werden Trivium, so sie denn vom nicht rechten Pfad abweichen, ein richtig Großes Pferd im Metalstall werden. Diese Jungspunde sind an ihren Instrumenten alle top und haben genügend Pfeffer im Arsch, um der gesamten Metal-Posse zu zeigen, wie die Hartmetallzukunft aussieht. So kann ich nur allen Zweiflern empfehlen, die Jungs aus Florida im nächsten Jahr bei einem Konzert (im Mai 2007; ich vermute irgendein Festival in Gelsenkirchen;-) zu begutachten, um sich selbst von den hervorragenden Qualitäten der Newcomer zu überzeugen.
Zur guten Stimmung der Fans muß man fairerweise sagen, hatten bereits Wolf (deren ausgiebigen Restapplaus ich mal wieder nur mitbekam) und der überaus erfolgreiche Auftritt Dew-Scented’s beigetragen. Beide Bands paßten zwar nicht wirklich zur musikalischen Ausrichtung des Headliners, allerdings wußten Dew-Scented mit Ihrem Death-Thrash-Geratter mehr als die Hälfte der über tausend Anwesenden schwer zu begeistern. Ob alte Feger oder Kracher neueren Datums, bangen und pogen war angesagt und das zu einem nichtgerade kleinen 10 Meter-Pit. Ich glaube Dew-Scented haben selbst nicht mit soviel positiver Reaktion und mit über 500 ausflippenden Fans gerechnet, zumal Köln nicht gerade die Death- bzw. Thrash Metal-Hochburg Deutschlandsist. Weiter so!
Soundtechnisch war der gesamte Abend ebenfalls Klasse. Klarer, differenzierter Sound und das erste Konzert, welches man seit mindestens 10 Jahren problemlos ohne Ohrenstöpsel genießen konnte und nicht noch tagelang später die Englein Summen hören mußte! Übrigens, seit dem Konzert laufe ich nur noch mit einem Ei rum. Das andere ist mir vor Staunen aus der Hose gefallen. Finderlohn garantiert…

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