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Tom Reynolds: I Hate Myself And Want To Die - Die 52 Deprimierendsten Songs Aller Zeiten

(Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag)

Autor: schlimm / Kommentare: Bisher keine

Bild von Tom Reynolds - I Hate Myself And Want To Die - Die 52 Deprimierendsten Songs Aller ZeitenStimmungsschwankungen dürften wohl jedem Mensch mehr oder weniger bekannt sein. Es gibt für dieses Phänomen die unterschiedlichsten Gründe, einer davon ist die Musik. Eigentlich ist die Welt rosarot und schön und dann hört man „diesen“ einen kleinen Song und schon ist sie dahin, die gute Laune und man versinkt in trüben Gedanken. Der Autor Tom Reynolds ist dem jetzt in seinem Buch „I Hate Myself And Want To Die“ auf den Grund gegangen und hat seine ganz eigene Liste der 52 deprimierendsten Songs aller Zeiten zusammengestellt.

Reynolds selber ist ausgebildeter Musiker, spielt und spielte schon in mehreren Jazz, Blues und Rock Formationen und weiß demnach wovon er spricht respektive schreibt. Seine TV-Dokumentation „The Wild Ride of Outlaw Bikers“ und das dazugehörige Begleitbuch „Wilde Ride“ dürften auch in unseren Breitengraden bekannt sein. Darüber hinaus arbeitete er als Produzent für verschiedene US-Shows und war technischer Direktor am berühmten Groundlings Comedy Theater in Los Angeles. Der Mann hat also eine Menge um die Ohren und so lässt das vorliegende Werk nur einen Rückschluss zu: Es handelt sich hier um eine Herzensangelegenheit des Autors. Muss es ja auch sein, denn Reynolds hat ein geschlagenes Jahr damit zugebracht sich durch verschiedene Musikarchive zu durchforsten und die 52 Songs für sein Buch zusammenzustellen.

Den ersten Eindruck den man von einem Buch gewinnt ist ja meistens (oder besser immer) das Cover und die Gestaltung. Manchmal nimmt man die Aufmachung nur beiläufig zur Kenntnis, ein anderes Mal gar nicht und dann gibt es diese Bücher, die einen schon beim Titelbild aufhorchen und –blicken lassen. Die Illustration von Stacey Earley passt hier wie die sprichwörtliche Faust auf das Auge. Dieses deprimierend und tieftraurige in die Welt blickende Mädchen zieht den Betrachter schon runter und ist ein Vorgeschmack auf die knapp 300 folgenden Seiten. Und bevor man eine Seite des Buches gelesen hat, wird an dieser Stelle schon unmissverständlich deutlich, dass eine große Portion schwarzer Humor durchaus hilfreich bei der Lektüre von „I Hate Myself And Want To Die“ sein kann.

Tom Reynolds unterteilt die hier 52 beschriebene Songs in verschiedene Kapitel, die so Titel tragen wie „Sie hasst mich, ich hasse sie“, „Ich erzähle eine Geschichte, die Keinen interessiert“, „Ich blase trübsal, also bin ich“ und natürlich „I Hate Myself And Want To Die“. Der Autor mach bei der Auswahl der Interpreten keinen Halt vor großen Namen und Genres und so findet sich eine Mariah Carey oder Celine Dion in bester Gesellschaft neben Kiss oder Metallica. Die Liste der prominenten Stimmungsmiesmacher ist hier doch recht ansehnlich. Es finden sich aber auch weniger bekannte Künstler und Songs wieder, die über den Status Kulthit nicht hinausgekommen sind. Das Vorgehen von Reynolds ist bei allen 52 Titeln gleich. Zuerst beschreibt er z.B. einige Umstände, wie es zu dem Song gekommen ist, dann wird in „Der Song“ das Lied untersucht und Melodie und Text auseinander genommen und schließlich in „Warum der Song deprimiert“ das Ergebnis präsentiert. Nein, beschönigt wird hier nichts, selten lässt der Autor an den Songs ein gutes Haar (logisch eigentlich, oder?) und an den dazugehörigen Interpreten selbstredend auch nicht. Aber eins ist immer gegeben, seine Beobachtungen treffen den Nagel auf den Kopf und das auf sehr pfiffige und gewitzte Weise, dass es in fast jeder Passage was zum Schmunzeln gibt. Ich selber habe mich beim Lesen immer wieder bei einem lauten Lachen ertappt. Aber Vorsicht, nicht an jeder Ecke lauert hier schwarzer Humor, nein es gibt auch nachdenklich Songs und die entsprechenden Geschichten dazu und die sind alles andere als urkomisch, bei „Last Kiss“ z.B. dürfte einem das Lachen im Halse stecken bleiben. Im Übrigen ist legt Reynolds auch genug Selbstironie an den Tag und besitzt den nötigen Humor sich auch selber auf die Schippe zu nehmen, denn wie schreibt er doch so treffend zu „Mandy“? „…woran man sehen kann, wie armselig es um mein Leben bestellt ist, dass ich meine Zeit damit verschwende, 30 Jahre alte Barry Manilow Gerüchte aufzuklären“.

Humor ist wenn man trotzdem lacht? Richtig! Humor, am besten gleich schwarzer Humor, ist für die Lektüre von „I Hate Myself And Want To Die“ von großem Vorteil. Nein, bierernst sollte man diese hier abgehandelten 52 deprimierenden Songs nicht nehmen. Wer die entsprechenden Songs selber auch noch kennt, dem bieten sich ganz neue Möglichkeiten und in Zukunft wird man diese Songs mir anderen Ohren hören, versprochen! Tom Reynolds gelingt mit diesem Satireband das Kunststück, dem Leser ein Lachen auf die Lippen zu zaubern und anhand von köstlichen Analysen den Tag zu retten, sei er auch vorher noch so schlecht verlaufen. Wer hätte das eingangs bei diesem Cover und dem Buchtitel vermutet? Eben! Und dies ist ein Verdienst, dem man Reynolds hoch anrechnen muss! Diese Buch macht einfach großen Spaß! Oder anders gesagt: „I Hate Myself And Want To Die“ rettet Leben.

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