Wenn man ich von Tish Hinojosa noch nie etwas gehört hat, lässt sich alleine von ihrem Namen her nur sehr schwer erraten, welchem Musikstil sich die Künstlerin verschrieben hat. Und nicht gerade wenige werden beim ersten Auflegen der CD sicherlich genauso überrascht sein wie ich, denn die Dame pendelt sich irgendwo im Spektrum zwischen Folk und Country ein. Gut ich weiß eh immer noch nicht, was genau ich hier musikalisch erwartet habe, bin mir allerdings jedoch recht sicher, dass vorgenannte Stilrichtungen in meinen Überlegungen keine wirklich große Rolle gespielt haben.
Auch wenn ich persönlich von Frau Hinojosa nicht so viel gehört habe, so scheint die texanische Songwriterin in der US-Americana-Szene über einen recht hohen Bekanntheitsgrad zu verfügen, auch wenn ihr bisher der ganz große Wurf versagt geblieben ist. Da stellt sich natürlich gleich die Frage, ob sie mit „A Heart Wide Open“ den Sprung in den Club der ganz Großen schaffen wird. Ich denke, sie wird es schwer haben, denn zwar ist ihr aktueller Release definitiv ein schönes und vor allem sehr stimmungsvolles Album, aber andererseits fehlt dem Material das gewisse Extra, das einen aufhorchen und vor allem nicht mehr los lässt. Die insgesamt 13 Songs (+2 Bonusvideos) wissen zwar durch die Bank schon zu gefallen und sie sind definitiv dazu geeignet, mit ihnen einen stressigen Tag ausklingen zu lassen, aber leider schaffen es die wenigsten von ihnen, sich dauerhaft in den Gehörgängen fest zu krallen. Schade eigentlich, denn Tish Hinojosa und ihren Mitmusikern hört man wirklich an, dass sie mit ganzem Herzen dabei sind und ihren Hörern eine schöne und vor allem abwechslungsreiche Platte bieten wollen. Für mich stechen allerdings aus aller Bemühung nur der Opener „Never Say Never Love Again“, das folgende „Would You love Me Back Again“, das ein wenig an Joan Baez erinnernde „Blue Eyed Billy“ und das spanische „Derechos De El Corazon“ hervor.
Fazit: „A Heart Wide Open“ ist sicherlich eine schöne Platte, die definitiv gegenüber eine lange Latte anderer Veröffentlichungen in dem Bereich bestehen kann, zum großen Durchbruch allerdings wird es hiermit für Tish Hinojosa in meinen Ohren allerdings nicht reichen, da neben oben erwähnten Songs leider noch zu viel (wenn auch leicht gehobener) Durchschnitt vertreten ist. Country unf Folk Fans, die sich auch vor Latino-Einflüssen nicht scheuen, sollten dennoch ruhig einmal zu einem Probelauf im Plattenladen einfinden.