Eine Veröffentlichung von Tierra Santa war in der Vergangenheit immer etwas, auf das ich mich wie ein kleines Kind gefreut habe, und dementsprechend gespannt war ich dann auch auf den aktuellen Release „Mejor Morir en Pie“.
Aber wie das immer mal wieder so im Leben ist, manche Dinge, auf die man sich riesig gefreut hat, können den Erwartungen nicht immer standhalten und können sich bisweilen sogar als große Enttäuschung entpuppen. Im vorliegenden Falle muss man jetzt zwar nicht von einer Enttäuschung sprechen, aber ehrlich gesagt hatte ich mir – gerade nach einem Album wie „Apocalipsis“ – irgendwie mehr erwartet. Stilistisch bekommt man zwar weitestgehend die gewohnte Kost aus melodischem Metal (dieses Mal übrigens wieder mit deutlich mehr Maiden – Einschlag) gepaart mit klangvollem spanischen Gesang, aber irgendwie kommt das Ganze dieses Mal deutlich schlaffer rüber als gewohnt. Das Material bewegt sich quasi auf einer ziemlichen Weichspüler-Schiene, gerade so als ob man sich kommerziellen Erfolg durch Airplay taugliche Songs verspricht. Kann ja auch mal ganz schön sein und es wird sicherlich eine ganze Reihe Leute geben, die genau auf so was stehen und über dieses Album den Zugang zu einer Band wie Tierra Santa finden könnten, aber wer die Spanier schon länger kennt und auf deren rockigeren Momente steht, wird hier über weite Strecken nur bedingt glücklich werden mit diesem Album.
Fazit: Nun ja, ich mag vielleicht ein Album wie „Mejor Morir en Pie“ als langjähriger Beobachter anders betrachten als es ein ‚Frischling’ sehen würde, deswegen möchte ich nicht all zu sehr an diesem Album herummäkeln. Mir persönlich geht ein wenig eine gewisse kantige Härte ab an diesem Material, wer aber Rock in einer sanften und sehr melodischen Gangart bevorzugt, der bekommt hier von Tierra Santa wahrscheinlich ein Album genau nach Geschmack aufgetischt. 8 Punkte!