Was kann einem besseres passieren, als zum Jahresausklang eine derart Wahnsinns-Scheibe in die Hände zu bekommen? Die Rede ist hierbei von Hitchhiker, dem bereits dritten Album von Thin Line Men. Mit ihrer wilden Mixtur aus elektronischer Dancemusik und dem schweren Gitarrensound des guten alten Rock’n’roll betreten die belgischen Jungs neue Wege in Sachen Genreüberschreitung.
Startet ein Lied in houselastiger Elektromanier, heult plötzlich die E-Gitarre auf, stets wechseln die Pfade, verschwimmen die Referenzen. Und derer gibt es viele: Blitzen bei ‚Drowner’ Kraftwerk-Attitüden auf, zucken kurz darauf bereits New Order–Einschläge. ‚When The Boys Will Be Girls’ läßt Erinnerungen an die alte Doors-Orgel erwachen, ‚Lost Souls’ verweist auf psychedelische Momente, ‚Handbag Bird’ wie auch ‚Glam-Pagan’ verzaubern mit großen Gitarrensoli, wohingegen ‚Love Parade’ dank reiner Akustikgitarre einen starken Kontrast setzt. Dabei stehen die Vocals von Sänger Patrick Kimpe abwechselnd im Vor- oder Hintergrund.
Ohne Umschweife kann man behaupten, daß dieses scheinbar schräge Getöse so kunstvoll miteinander verwebt wurde, daß mit Hitchhiker einfach ein geiles Album entstanden ist. Wer neugierig geworden ist, sollte also ruhig mal die Homepage der Jungs besuchen, und sich den einen oder anderen Track anhören.