Schon mit dem dem Debüt The DeathShip Has A New Captain boten The Vision Bleak großes Horrortheater. Carpathia weiß die düsteren Geschichten des Vorgängers allerdings noch um einiges an Schauern zu überbieten. Die Geschichte eines Geschäftsmanns, der in die Karpaten reist, wo ihm Sonderliches widerfährt, weist musikalische weitaus mehr Intensität auf als sein Vorgänger. Die Produktion scheint abgestimmter, die Gitarren sägen kräftiger, das geister- und sphärenhafte Keyboard schlängelt und ästelt sich schrecklich durch den teils an den Death Metal der frühen 90er angelehnten Klang und der Gesang von Allen B. Konstanz zuckt beschwörend in enger Verbundenheit mit dem restlichen Konzept. The Vision Bleak gelingt mit dieser Ausrichtung ein exzellenter Schulterschluss zwischen schwermetallischen Klängen und Elementen aus dem Gothic und Soundtrack Bereich. Wenn die streckenweise stumpfe Gitarrenschwere zu sehr an Gewicht zu gewinnen scheint, bietet man entsprechend gegensteuernde Theatralik und Pomp. Selbst wenn Carpathia eine gewisse Schlichtheit unterstellt werden muss, so streut man immer wieder dezent Überraschungsmomente ein, die das Werk nicht zu einem langweiligen Monument verkommen lassen. Sei es einfach nur, dass Allen B. Konstanz beim Titeltrack Carpathia ein wenig seinen gleichförmigen Sing-Sang verlässt und beinahe schon aufsässig im Refrain die Stimme hebt, man in Kutulu! adäquat ein anrufendes Ia Cthulhu F’htagn! mit Trommeln unterlegt, hier und da eine Dame hell dazwischenfährt oder der verzauberte Hörer zum Ende hin durch The Charm Is Done mit der grandiosesten Komposition auf Carpathia verabschiedet wird. Die Reise nach Carpathia ist sicherlich noch mal eine Woche Urlaub wert!
Rezensionen
The Vision Bleak: Carpathia TIPP
(Prophecy Productions)
Autor: DJ / Wertung: 10.5 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine
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