Die Enttäuschung, die Seven Circles zu Beginn des Hörprozesses für den The Tea Party-Fan darstellt, spiegelt sich in einigen Artikeln und Wertungen der Online Gazetten wieder. Resultat der Aufgabe jener Experimentierfreudigkeit und Exotik, die bisher Aushängeschild der Kanadier war. Auf Seven Circles setzt man mehr auf einfachen Gitarrenrock, der bisweilen gar nicht mit The Tea Party in Verbindung gebracht würde, wäre nicht das markante Organ von Sänger und Gitarrist Jeff Martin. Das spirituelle Flair vergangener Tage ist verflogen, der Einsatz ungewöhnlicher Instrumente im Gesamtklang untergetaucht. The Tea Part scheinen nach ihrem Erfolg in Kanada nun auch mit radiotauglichen Rockklängen den Markt in anderen Ländern erobern zu wollen. Viele der alten Anhänger dürfte dies erschrecken und verjagen, der tolerante Teil wird sich die Zeit nehmen und Seven Circles so lange rotieren lassen, bis man die alte Magie wieder spürt. Und trotz des Mainstreamcharakters der neuen Scheibe dürfte dies von Erfolg gekrönt sein. Denn wenn Seven Circles einfach ins Ohr geht, anfangs beinahe belanglos wirkt, so ist es das Songwriting des Trios und ihr Gespür für tolle Harmonien, die ein Gros der Tracks immer noch zum Hörerlebnis erheben. Während der peitschende Opener Writting on the wall noch nachhallt, zollt man mit Stargazer deutlich David Bowie Tribut. Mit Luxuria findet man schließlich auch wieder zu früheren Tugenden zurück, wenn die Nummer auch etwas an Queensryche erinnert. Wer in der straighten rockigen Ausrichtung häufig Parallelen zu The Cult erkennt, wird durch One Step Closer Away bestätigt. Bevor Jeff Martin ein Duett mit weiblicher Stimme in Wishing You would stay sucht, verbeugt man sich mit Empty Glass erneut vor dem Pop-Großmeister Bowie. Und mit dem abschließenden Titeltrack Seven Circles gibt man vielleicht das Versprechen ab, es auf der nächsten Scheibe wieder origineller zugehen zu lassen - wenn denn das Kommando ‘kommerzieller Erfolg’ keine Früchte trägt. Bis dahin müssen wir uns mit Seven Circles anfreunden. Das fällt anfangs nicht leicht, macht aber immer noch mehr Spaß als 75% der anderen Neuveröffentlichung.
Rezensionen
The Tea Party: Seven Circles
(InsideOut)
Autor: DJ / Wertung: 9.0 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine
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