Nachdem unser Redakteur Torsten Schlimbach das aktuellen Album der The Sunshine Underground “Raise The Alarm“ auf Herz und Nieren geprüft und für gut befunden hat, möchten wir euch die Band etwas näher bringen und tun dies mittels eines Interviews, dass seitens des Labels mit Craig Wellington (Gesang/Git.)und Stuart Jones (Git.)am 27.07.2006 im Red Ink Office, Berlin geführt wurde. Der Interviewer ist uns namentlich leider unbekannt, die Credits und Copyright für dieses Interview liegen bei Red Ink….
The Sunshine Underground existieren schon seit gut 5 Jahren. Habt ihr auch so lange gebraucht, um euch zu der Band zu entwickeln, die ihr heute seid?
„Als wir anfingen, wollten wir gar keine richtige Band sein, wir wollten einfach irgendwas machen und Spaß haben. Im Laufe der Jahre haben wir eine Menge Songs geschrieben und Stile ausprobiert, bis wir nach und nach einen Sound fanden, den nur wir haben. Aber es hat fünf Jahre gedauert, bis wir dahin gekommen sind.“
Die Kaiser Chiefs, Foward Russia, The Duels sind alle aus Leeds. Die Stadt scheint sich zu einem neuen Zentrum für gute Musik zu entwickeln?
„Es ist wirklich gut, es ist im Moment ein ziemlich guter Ort für neue Musik. Von hier kommen fast so viele gute, neue Bands wie aus London, sowohl in Sheffield als auch in Leeds. Das liegt wahrscheinlich an den vielen Studenten in Leeds. Es gibt zwei Universitäten und noch mehr Colleges. Es gibt also eine Menge junger Leute, die neue Musik hören wollen. Deshalb entstehen auch viele neue Läden und Auftritts-möglichkeiten und das zieht die Bands an. Ja, es ist ne tolle Stadt.“
Was ist beim Songwriting das wichtigste für Euch?
„Wir wollen vor allem tanzbare Musik machen. Gleichzeitig sollte sie aber auch gut klingen, wenn man sie auf der akustischen Gitarre spielt, wegen der schönen Akkorde, der guten Texte, der tollen Dynamik…für uns ist das alles wichtig. Du solltest dazu tanzen können, wenn du sie im Club hörst, aber gleichzeitig solltest du die Songs auch mögen, wenn du die Platte zu Hause auflegst. Es geht also nicht nur die Energie, beides ist wichtig.“
Eure Musik ist sehr tanzbar und hat eine Menge Einflüsse aus der elektronischen Musik. Habt ihr euch deswegen nach einem Chemical Brothers Song benannt?
„Wir waren gemeinsam bei einem Konzert, der Song gefiel uns allen, wir hatten noch keinen Namen, also beschlossen wir, ihn zu klauen. Das ist schon die ganze Geschichte. Wir hatten Probleme, einen Namen zu finden, der uns allen gefiel. Über ein Jahr lang hatten wir keinen Namen und das wurde langsam zu blöd. Es war echt Zeit, einen Namen zu finden. Und der einzige, auf den wir uns einigen konnten, kam von einer Band, die wir alle mochten. Eigentlich war es einfach.“
Ihr habt mit drei verschiedenen Produzenten an eurem Album gearbeitet. Wie groß war deren Einfluss?
„Sehr groß. Steve Segs und Steve Dubb haben den größten Teil produziert und hatten großen Einfluss auf den Sound des Albums. Wir hatten nur die nackten Songs, aber viele Ideen zum Sound und zu den Arrangements kamen von ihnen. Verschiedene Produzenten haben verschiedene Ideen. Wir hätten viele Produzenten wählen können, aber wegen ihrer Arbeitsweise haben wir uns für sie entschieden. Viele Bands bekommen genau den Sound, den sie vorher schon wollten. Aber es ist gut, sich neuen Einflüssen zu öffnen. Wir hatten die Songs schon drei Jahre im Ohr und waren froh über neue Ansätze.“
Wie wichtig war eure Internetseite für euren Erfolg, insbesondere die myspace.com-Seite?
„Schon sehr wichtig. Über ein Jahr lang hatten wir keine Internetseite und selbst als wir unsere ersten Singles veröffentlichten hatten wir keine. Wir hatten auch keine Zeit, eine zu machen. Ohne myspace wären vielleicht gerade mal die Hälfte der Leute zu unseren Konzerten gekommen und hätten unsere Musik gehört. Inzwischen haben wir 7000 Freunde auf der Seite und etwa 1000 mal am Tag werden unsere Songs abgerufen. Es ist ganz offensichtlich, dass die Leute nicht nur aus England kommen.“
Ihr habt einen ziemlich guten Ruf als Liveband. Wie muss ich mir eure Konzerte vorstellen?
„Die Leute drehen ziemlich durch bei unseren Konzerten. Es liegt wohl daran, dass unsere Musik ziemlich viel Energie hat. Die Leute tanzen, drehen ab, hüpfen rum, springen auf die Bühne, stagediven, es gibt ne Menge crowdsurfing,…Es ist einfach ein Riesenspaß!“
Craig, eine Zeitung schrieb, dass du eine Bühnenpräsenz hast, die für auch für Konzerte mit 20.000 Zuschauern und mehr reicht. Strebt ihr Konzerte dieser Größe an?
„Da ist im Moment ziemlich schwer zu sagen, weil wir bisher nur vor maximal 800 bis 1000 Leuten gespielt haben. Frag uns das doch noch mal, wenn wir vor 50.000 Leuten gespielt haben, dann können wir dir antworten. Aber es ist schon toll in einem engen Raum zu spielen, der heiß und verschwitzt ist. Es ist doch viel spannender in einem kleinen Club zu spielen oder eine Band zu sehen. Ich war bestimmt schon auf 100 Konzerten und ich finde die Clubs bis 1000 Leute viel besser.“
Im Vergleich zu London scheinen die Leute im Norden von England viel netter und bodenständiger zu sein. Merkt ihr das auch bei euren Konzerten?
„In Nordengland zu spielen macht mehr Spaß, das sind die besten Orte für Konzerte. London ist doch ein bisschen zu trendy. Die Leute dort tanzen nicht zur Musik, die stehen lieber um, weil sie ihre Frisuren nicht ruinieren wollen. Die Leute im Norden gehen viel mehr ab und wollen vor allem Spaß haben. Die haben sind viel bodenständiger und das gefällt mir besser. “
Euer Sound ist ja eine wilde Mixtur aus vielen verschiedenen Einflüssen. Setzt ihr euch selbst irgendwelche musikalische Grenzen?
„Nein, eigentlich nicht. Jeder von uns kommt mit Ideen an, weil wir alle Songs schreiben. Wir hören alle ganz verschiedene Arten von Musik und wenn wir uns treffen bringt jeder etwas mit ein und wir sehen, was draus wird. Wir sind uns schnell einig, wenn wir merken, dass etwas gut ist. Und wir geben uns gegenseitig Ratschläge, wie man mit diesem oder jenen Sound umgehen könnte und so was. Ich glaube nicht, dass wir irgendwas nicht machen, ganz einfach weil keiner mit schlechten Ideen ankommt.“