Rezensionen

The Prowlers: Devil´s Bridge TIPP

(Locomotive Records / Soulfood)

Autor: CF / Wertung: 11.0 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Bild von The Prowlers - Devil´s BridgeIrgendwie tut es richtig gut, dass es noch Bands zu geben scheint, die eine normale Karriere anstreben, also nicht alles daransetzen innerhalb von sechs Monaten zum Star zu werden, und scheinbar kommen einige Bands dieser Art aus Italien. The Prowlers haben 1996 als Coverband, genau wie ihre Landsmänner Anthenora, angefangen und , glücklicherweise fix, die Entscheidung gefasst, durch ihre eigenen Songs für Furore zu sorgen. Nach einigen Demos haben sie im Jahre 2002 bereits ihr Debüt „Soul Thieves“ auf den Markt gebracht, durch ihre relativ kleine Plattenfirma, ist das Album leider sang- und klanglos untergegangen. Doch nun wird alles besser, mit „Devils´s Bridge“ ist das neue Album fertig und mit Locomotive Records auch ein vernünftiges Label an Bord.
The Prowlers haben das Glück, mit ihrer Musik ein breites Feld der Metalgemeinde ansprechen zu können. Denn egal ob Fans von Progressive Metal, Power Metal (ohne Geknödel) oder auch hymnenhaften HeavyMetal, alle werden gefallen an der Platte finden. Zum einen liegt es an der Klasse der Musiker, besonders Keyboarder Massimiliano Destefano muss ich hervorheben, denn er schafft es, wie vor ihm eigentlich nur Jens Johansson, zwar stets präsent, aber nicht aufdringlich zu sein, und zum anderen haben sie mit Fabio Minchillo einen Sänger an Bord, der allen Ansprüchen an einen exorbitanten Metalsänger gerecht wird. Auch wenn seine Stimmlage im mittleren Höhenbereich angesiedelt ist, wirkt sie niemals angestrengt oder überlastet, auch wenn er bei Songs wie „A Last Gaze“ oder dem dreiteiligen Titeltrack „Devil´s Bridge“ einiges zu tun hat um die musikalische Klasse der restlichen Bandmitglieder zu halten. Selbst das beinahe Sechs Minuten lange Instrumental „Acid One“ ist zu keiner Sekunde langweilig, was bei meiner niedrigen Nervschwelle schon eine Leistung ist. Auch die druckvolle Produktion tut ihr übriges dazu, damit „Devil´s Bridge“ zu einem der besten Alben wird, die in den letzten Jahren in Italien entstanden sind.
Stets anspruchsvoll, aber nie zu komplex oder schwer nachvollziehbar gehen die sechs Italiener ans Werk und beweisen mir, dass Italien sich langsam wirklich zum Mittelpunkt der Metalszene mausert. Einer der wenigen Mäkelgründe sind für mich die Pseudonyme der Gitarristen und des Drummers. Napo, The Eldar oder Dr.K find ich nun mal nicht witzig, denn auf eine Platte wie „Devil´s Bridge“ kann und sollte jeder Musiker stolz sein und sich nicht hinter irgendwelchen kruden Decknamen verstecken. Des Weiteren gibt’s noch eine Band mit dem Namen The Prowlers und zwar eine kanadische Oi!/Ska/Punkkappelle. Tja das sind aber tatsächlich die einzigen Punkte, die für mich das Gesamtbild trüben.
Anhänger von Bands wie Mercyful Fate (ohne die Stimme des Königs), Brainstorm oder auch Fates Warning sollten sich nicht eine der besten Bands Italiens seit Eldritch entgehen lassen. Wer Power, Melodie und technische Fähigkeiten in einem vernünftigen Gewand hören möchte und auch nicht nur die ollen Helden von früher hören will, der sollte sich The Prowlers unbedingt auf die Einkaufsliste setzen.

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