Die Golden Dogs aus Kanada dürften bei uns noch weitestgehend unbekannt sein. Dabei ist die Band schon länger aktiv. Es wird wohl auch das ewige Geheimnis der Plattenfirmen bleiben, warum bisher hier noch keiner auf den Fünfer aufmerksam wurde. „Every Thing In 3 Parts“ ist nämlich mitnichten der neueste musikalische Erguss, sondern wurde in Kanada bereits im Jahre 2004 veröffentlicht. Umso löblicher und aller Ehren wert ist, dass auch wir hier endlich in den Genuss dieser Scheibe kommen. Nerds werden sich den Silberling schon freilich per Import besorgt haben, stellt in Zeiten des Internets ja kein größeres Problem dar. Trotzdem dürfte die CD auch in unseren Breitengraden eine größere Anhängerschaft finden, das Potenzial ist auf jeden Fall mehr als vorhanden. Übrigens erscheint dieser Tage das Zweitlingswerk „Big I Little Eye“ – ähm einstweilen nur in Kanada.
Unterteilt haben The Golden Dogs ihr Album in zwei Teile. Den ersten (hier Part II betitelten) Teil machen auch folgerichtig die ersten 6 Songs aus, Teil zwei (Part III) logischerweise dann Track 7-12. Die ganz großen Popmelodien bestimmen hier den Gesamtsound. Immer etwas schräger und überraschender als man es von dem ausgelutschten Kram aus dem Radio kennt. Da jault auch schon mal eine Trompete zu brasilianischen Klängen („Elevator Man“), nur um im nächsten Moment loszupreschen wie „Song 2“ von Blur. Einflüsse hat die Band ganz sicher viele. Da treffen auch mal wie im Opener „Birdsong“ Indie-Klänge wie bei den Pixies auf schönste Britpopmelodien. Wer gerne mitsingt und einen Refrain braucht, der sich im Ohr festsetzt, der wird hier sicher auch reichlich bedient werden („Faster“, „Don´t Make A Sound“). Leise Töne, wie das schöne „I Don´t Sleep“ beherrscht die Band auch spielend.
Mit großen Gitarren-Pop Klängen und satten Chören geht es auch in der zweiten Albumhälfte weiter („Bastards“, „Yeah“). Hier und da gesellen sich dann noch glatt Handclaps dazu. Sehr schön auch das Gesangszusammenspiel von Frontmann Dave und Keyboarderin Jessica. Wann hat man zuletzt schon solche Harmoniegesänge vernommen? Putzigkeit bekommt bei „Anniversary Waltz“ fast schon eine neue Bedeutung. Ach ja, zu grooven wissen The Golden Dogs auch („Balloons“). Wer kann hier eigentlich noch still sitzen? Bitte mal melden. Kaum denkt man, jetzt flacht es aber etwas ab, dann bietet die Band wie bei „Driving In The Rain“ einen Killerrefrain auf und schon ist der Song gerettet.
Holla die Waldfee. Warum bisher keiner auf die Idee gekommen ist die Band auch hier unter Vertrag zu nehmen, bzw. dieses Album hier schon früher zu veröffentlichen ist mir ein völliges Rätsel. Nicht, dass hier die Musik neu erfunden wird, nein, das ganz sicher nicht. Hat man so oder so ähnlich sicher alles schon mal gehört. Die Mischung macht es hier. Fast wahnwitzig, was The Golden Dogs hier alles an Einflüssen vermischen, gut schütteln und dann gerührt auf die Menschheit loslassen Auch wenn es sich hier um Pop im weitesten Sinne handelt, so ist dieser doch alles, nur nicht radiotauglich. Dafür ist die ganze Kiste hier aber auch zu tiefgründig und überall lauert eine dieser netten, doch aber schrägen Ideen, die „Every Thing In 3 Parts“ von der Masse abheben. Bitte mehr davon und mit der Veröffentlichung des Zweitwerkes bei uns nicht allzu lange warten.