The Gathering ist eine Band, die mir persönlich irgendwie nie wirklich viel gegeben hat, auch wenn sie in aller Munde war und jeder dieses Formation richtig gut fand. Mir persönlich war die Musik einfach immer zu lasch und zu wenig rockig. Einziger Lichtblick war da noch Anneke van Giersbergen’s tolle Stimme, aber die hat die gesamte Nummer für mich letzten Endes dann auch nicht gerettet.
Seit einiger Zeit jedoch (3 Jahre, um genau zu sein) sind die Niederländer irgendwie in der Versenkung verschwunden, kommen jetzt allerdings mit ihrem neuen Album „Home“ doch wieder aus derselben hervor. Die ideale Gelegenheit für mich, dieser Band mal wieder eine neue Chance zu geben, weswegen ich mir dann auch gleich mal das neue Album zu Gemüte geführt habe.
Ich muss es gestehen, ich bin mehr als positiv überrascht, denn anno 2006 haben The Gathering sich stilistisch in eine Richtung entwickelt, die sogar mir richtig Spaß macht. Man ist abgerückt vom spröd-schlaffen Gothic Rock und tobt sich inzwischen amtlich im Ambient – Bereich aus. Ein stilistisches Genre, das in meinen Ohren zu Anneke’s Sangeskünsten passt wie die berühmte Faust aufs Auge. Hier werden in insgesamt 13 Songs Klangbilder geschaffen, die dazu einladen, in ihnen zu versinken. In der Musik versinken sollte allerdings nur derjenige, der sich auf die teilweise ans Morbide grenzenden melancholischen Stimmungen voll und ganz einlassen möchte, denn genau diese Stimmungen werden hier musikalisch transportiert – für Fröhlichkeit scheint auf diesem Album nur wenig bis gar kein Platz zu sein.
Fazit: Fans der ersten Stunde werden The Gathering die stilistischen Veränderungen möglicherweise übel nehmen, aber ich kann mir gut vorstellen, dass die Band sich mit „Home“ dafür auch andere Hörerschichten wird erschließen können. Zumindest in meinem Player wird das Teilchen in Zukunft schon mal öfter ins Rotieren kommen. 9 Punkte!