Rezensionen

The Futureheads: News And Tributes

(Warner Music)

Autor: schlimm / Wertung: 9.0 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Bild von The Futureheads - News And TributesNein, einfach hatten es The Futureheads zwischen all´ den anderen Bands nicht. Obwohl, welche Band von der Insel hatte es die letzten Jahre schon einfach? Kaiser Chiefs? Maximo Park? Bloc Party? All´ die anderen Bands, die auf der New Wave Schiene gesurft sind? Ist halt nicht einfach seinen Platz zwischen gefühlten 3.789 anderen Bands des selben Stils zu finden. Jeder dieser Bands für sich genommen macht zum Teil großartige Musik, aber sind wir mal ehrlich, die Musik ist auch recht austauschbar. Oder wer schafft es Track X auch dann der richtigen Band Y zuzuordnen? Und genau da schlägt die große Stunde der Futuristischen Vier. Diese Band war von Anfang an anders gestrickt als die Kollegen. Irgendwie war und ist bei diesen Jungs alles einen Tacken individueller. Das Songwriting ist doch sehr eigenwillig, die Gesangssätze zum Teil recht abgedreht und eine ganz persönliche Note macht die hektische Mehrstimmigkeit aus. Nun ist es also nach etwa 250.000 verkauften Alben, fünf UK-Tourneen und vier(!) US-Tourneen soweit, mit „News And Tributes“ kommt knapp zwei Jahre nach dem Debüt-Album nun also der nächste Streich in die Läden.

Das Album startet gleich mit einem Schlag in die Magengegend. „Yes/No“ Ist der perfekte Album-Opener und eignet sich mit seinem Mitgröhl-Refrain auch prima für jede Party. Na, das geht doch schon gut los, mehr davon. Mit „Cope“ geht es dann auch direkt mit Volldampf und bei voller Fahrt weiter. Die Gitarren schrammeln auch im nächsten Song, „Fallout“ zu Viertel Beats weiter. Die nachfolgende UK-Single „Skip To The End“ schaltet zwar einen Gang runter, gefällt aber ungemein mit seinen Gesangsharmonien. Bei „Burnt“ nehmen die Jungs dann noch mehr Fahrt raus, ziemlich unspektakulärer Track. Eher ruhig geht es auch mit „News And Tributes“ weiter, ist irgendwie weder Fisch noch Fleisch. Wer jetzt schon kurz vorm Einschlafen war, der wird bei „The Return Of The Berserker“ dafür umso mehr hochschrecken. Verzerrter Gesang, laute Gitarren, Feedback, scheppernde Drums – Sonic Youth lässt grüßen. Dies war ein Weckruf genau zur richtigen Zeit. Eigentlich wollte ich „Back To The Sea“ und „Worry About It Later“ nach den ersten paar Durchläufen schon in die Kategorie belanglos und überflüssig einordnen. Gekriegt haben mich The Futureheads dann aber mit ihren wunderschönen Gesangsharmonien im Refrain. „Favours For Favours“ ist Futureheads Standard-Repertoire, aber auf hohem Niveau, sehr gefälliger Song. Mit „Thursday“ geht es auf dieser Schiene weiter um dann mit dem anschließenden „Face“ noch mal alles zu zeigen was man so drauf hat, von leise bis laut.

Tja, ist „News And Tributes“ nun ein Meisterwerk? Die Antwort geben The Futureheads eigentlich mit ihrem Abzählreim selber „Yes/No“. Die Platte hat wirklich starke und einige großartige Momente, hat aber ein paar Schwächephasen im Mittelteil zu überstehen. Allerdings muss ich an dieser Stelle auch mal festhalten, dass das Gesamtwerk mit der Zeit noch wächst bzw. man sich die Musik erst erarbeiten muss. Gekriegt hat mich die Band dann letztendlich, als ich mir die Platte über Kopfhörer zu Gemüte geführt habe, die Harmonien, sowohl beim Gesang wie auch den Melodien, haben sich erst da richtig entfalten können. Wenn man sich für den Zweitling der Band Zeit nimmt, dann wird man doch das ein oder andere Schöne entdecken können. Hätte ich zu Beginn diesem Album hier nur eine sieben gegeben, so bin ich jetzt geneigt der ganzen Geschichte eine glatte neun zu geben. Übrigens ist das Artwork wie eine Zeitung gestaltet. Mit einfachsten Mitteln erzielt man hier eine große Wirkung, schöne Arbeit. Ja ist ja gut, ich bin überzeugt, die neun haben sie sich verdient und das redlich.

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