Rezensionen

The Firstborn: The Unclenching Of Fists

(Equilibrium Music)

Autor: DJ / Wertung: 9.5 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Bild von The Firstborn - The Unclenching Of FistsDass die Portugiesen ein solch spirituelles Volk sind, hätte ich eigentlich nicht erwartet. Aber schon Moonspell haben vor allem in den Anfangstagen mit mystischen Ansagen an den Hörer sicherlich manch einen aufhorchen lassen. Ihre Landsmänner von The Firstborn haben zwar musikalisch nicht viel mit Moonspell gemein – vor allem, weil sie keine Hymnen mit Wiedererkennungswert schreiben -, hinterlegen ihr Schaffen auf The Unclenching Of Fists aber ebenfalls mit Momenten aus der Anderswelt. Ohne Textblatt muss ich mich auf die Angaben des Bandinfos verlassen, das The Unclenching Of Fists als Konzeptalbum darlegt, welches sich mit Tantra Buddhismus basierend auf dem tibetischen Totenbuch von Bardo Tödol beschäftigt. Lassen wir einfach mal so stehen, zumal ich mich mit meinen zarten 31 Jahren auch noch nicht so sehr für Totenbücher interessiere.

Tatsache ich allerdings, dass die vier Herren und ihre zwei Helfer einen recht interessanten Mix vorlegen, der das unbekannte spirituelle Konzept auch musikalisch zu unterstreichen weiß. Ursprünglich sicherlich im Black und Death Metal verhaftet, werden die Klänge auf dem aktuellen Player durch zahlreiche Fremdinstrumente (u.a. Sitar, Flöten) und verschiedene Gesangsstile durchzogen. Zwar dominiert ganz klar Kreisch und Grunz, aber finden sich an vielen Stellen doch sakrale Gesänge in fremden Zungen und Harmonien. Auch an den klassischen Rockinstrumenten machen die Herren einen guten Eindruck, zaubern einige progressive Riffs her und drücken auch schon mal das Gaspedal durch, ohne aber in sinnlosen Blast zu verfallen. Dass The Unclenching Of Fists dennoch nicht uneingeschränkt empfohlen werden kann, liegt vor allem daran, dass man im Zug der innovativen Ausrichtung schlicht den Song an sich vernachlässigt. Vor Ideen strotzend bekommt der Hörer kaum Songwechsel mit und kann schließlich die Platte nur als ganzes Rund ohne einzelne Stücke betrachten. Als Rezensent hat man es gar doppelt schwer, da einem nicht das fertige Produkt, sondern nur ein Pappschuber vorliegt. Texte und Illustrationen wären sicherlich hilfreich gewesen.

Dabei bleibt das dritte Album der Portugiesen aber dennoch zu interessant, um dieses ‚Unverständnis’ zu wertend auszulegen. Kaufen sollte die Scheibe dennoch nur der, der auch genügend Zeit hat, um sich mit dem Produkt zu beschäftigen. Nebenbei ist The Unclenching Of Fists sicherlich nicht der ideale Keks neben dem Mittagstee.

No Comments »

No comments yet.

RSS feed for comments on this post. TrackBack URI

Leave a comment

Weitere Artikel des Autors

Aktuelle News

Aktuelle Artikel

Navigation


© Dirk Janßen, Webdesign, Webanwendungen & Content Management Systeme.

Sound Base Online Magazin Powered by WordPress - Inhaltsverzeichnis