Ich muss gestehen: Ich wäre gerne der Kumpel vom „Duke“. Mit Sonnenbrille, Cowboyhut, Zöpfen und Kinnbart sieht der Typ irgendwie cool aus – als wäre er just einem Quentin-Tarantino-Streifen entsprungen. Mit bürgerlichem Namen heißt der Mann Rich Ward und ist Gründungsmitglied von Stuck Mojo. Aha, da ahnt man schon, was musikalisch geboten wird. Doch weit gefehlt. Mit dem Mischmasch aus Reggae, Rap und Metal seiner Vorgängerband hat „My Kung Fu is good“ nämlich nichts zu tun. Vielmehr liefert uns Ward eine gediegene Rock-Platte mit oft seichten Klängen und nur gelegentlich rotzigem Antlitz.
Doch letzteres zuerst. „I give to you“ pumpt sich mit einem echt fetten Groover-Riff in die erste Reihe, um gleich nach 15 Sekunden den Schongang einzuleiten. Friedliche Akkorde, cleaner Gesang, Sommer, Sonne, Samtigkeit. Das hier würde auch als Untermalung für O.C. California taugen. Erklärung gefällig? Der Duke lege nach dem brutalen Gitarrenriffing seiner Vorgängerband „mehr Wert auf Melodien und eingängiges Songwriting“. Das stimmt. Für meinen Geschmack hätte Ward allerdings eine Spur mehr Krach – insbesondere bei den Vocals - im Sortiment behalten sollen.
Nichtsdestotrotz rollt ein Song wie etwa „Suicide Machine“ ordentlich. Zudem ist die Platte ordentlich produziert und technisch einwandfrei eingespielt. Demnach ist „My Kung Fu is good“ eine überdurchschnittliche Platte, wird aber sicherlich nicht wochenlang in meinem Player verweilen.