The Cardigans gab es am 09.02.2006 live und kostenlos in der Live Music Hall in Köln zu bewundern. Im Rahmen seiner Music-Flash Reihe präsentierte O2 dort die fünf Schweden. Das Wetter hat sich dann auch prima angepasst, denn gegen Abend setzte für hiesige Verhältnisse doch ein mittelprächtiges Schneetreiben mit starken Windböen ein. Das ist insofern von nicht unerheblicher Bedeutung, da die ganze Veranstaltung ja nicht nur von seiner Spontaneität lebt, sondern auch nach dem Prinzip abläuft „Rein kommt, wer früh kommt“. Dementsprechend lang war dann auch die wartende Schlange bei alles anderem als guten Bedingungen. Gegen 17 Uhr fanden sich schon die ersten Fans an der Halle ein. Nicht ganz so optimal war dann leider auch, dass sich der angekündigte Einlass um fast eine gute Stunde nach hinten verschoben hat. Als sich dann gegen 20 Uhr die Tore öffneten hieß es für die durchgefrorene Mehrheit nur noch schnell ins warme Innere zu kommen.
Eine gute weitere Stunde verging und dann betraten Nina Persson, Peter Svensson, Bengt Lagerberg, Magnus Sveningsson und Lasse Johansson endlich die Bühne. Von nun an gab es eine gute Stunde lang allerfeinsten Pop in seiner Reinkultur. Für mich war das Konzert ja quasi ein Heimspiel und ich habe in dieser Location schon viele, viele Konzerte gesehen und ich kann mich nicht erinnern, jemals einen derart guten Sound gehört zu haben. Ich weiß nicht, wie es die Band und die Mischer hinbekommen haben diesen wunderbaren Klang zu erzeugen, aber das war aller erste Sahne. Jedes Instrument und jeden Ton konnte man mehr als gut raushören – nicht zu laut und nicht zu leise, nein, der Hörgenuss war als optimal zu bezeichnen und wann gibt es das schon?
Der beste Sound nützt ja nichts, wenn die Band agiert wie die sprichwörtliche Axt im Walde. Und auch da wurde ich ein weiteres Mal überrascht, denn das Dargebotene war aller Ehren wert. Die Musiker verstehen ihr Handwerk und beherrschen ihre Instrumente und die Feinabstimmung untereinander war perfekt. Die gute Nina konnte live mit ihrer Gesangsdarbietung auch auf ganzer Linie überzeugen. Ich bin ja immer eher skeptisch, was Live-Auftritte und Gesangeskünste der Damenwelt betrifft, da gab es oftmals schon ein böses Erwachen und nur nett aussehen reicht auf der Bühne nun mal nicht. Nina Persson braucht aber gar keine große und theatralische Show, nein, sie konnte alleine durch ihre Stimme überzeugen und hat dieses gewisse Etwas und die Ausstrahlung wie es ein/e Sänger/in einer Band einfach braucht. Die Bühne wurde in ein dezentes und passendes Licht gehüllt auf der die Band bei diesem Promo-Auftritt ihr aktuelles Album „Super Extra Gravity“ vorstellte und daraus z.B. „I need some fine wine and you, you need to be nicer“ oder „Don’t blame your daughter“ präsentierte. Natürlich durfte auch ein alter Gassenhauer wie „My Favourite Game“ nicht fehlen. Tja, eigentlich würde es an dieser Show nichts auszusetzen geben – eigentlich. Bühne, Licht, Sound, Band war alles wunderbar, aber leider spielte das Publikum irgendwie nicht richtig mit und der Funke sprang nicht über. Dies lag allerdings keinesfalls an der Band, sondern man hatte vielmehr den Eindruck, dass viele der Anwesenden einfach nur da waren, weil die Veranstaltung umsonst war, aber nicht, weil sie viel mit den Cardigans anfangen konnten. Schade, mehr als schade. So verliefen auch sämtliche Animationsversuche der Band für Stimmung zu sorgen fast im Sande. Die gute Nina stellte dann auch die berechtigte Frage, ob die Zuschauer denn auch wiederkommen, wenn am 11.04.06 die Band erneut in Köln spielt und die Tickets dann käuflich erworben werden müssen. Ich für meinen Teil hoffe doch nicht, denn die Band hat es einfach verdient beim nächsten Auftritt in der Domstadt vor einem besseren Publikum zu spielen. Trotz allem war die Veranstaltung ein voller Erfolg, insgesamt wurden 1.500 Leute rein gelassen und es mussten sogar zwischen 200 und 300 Menschen wieder abgewiesen werden.
Die Setlist vom Konzert sah wie folgt aus:
Intro
Losing a friend
Erase / Rewind
I need some fine wine and you, you need to be nicer
Live and learn
Little black cloud
Don’t blame your daughter
You’re the storm
Godspell
Hanging around
My favourite game
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Song to say goodbye
Insgesamt war das ein sehr schönes Konzert und jeder, der die Band mag, sollte vielleicht auf einem der folgenden Konzerte mal vorbeischauen – es lohnt sich:
11.04.2006: Köln-E-Werk
12.04.2006: Wiesbaden-Schlachthof
13.04.2006: Berlin-Postbahnhof
28.04.2006: München-Elserhalle
Übrigens plant O2 in seiner Music-Flash Reihe noch bis zu 12 Events in den kommenden Monaten in Berlin, München und Köln, darunter klassische Rock-Konzerte sowie Clubveranstaltungen in erstklassigen Locations, also Augen und Ohren auf!