In den 80er Jahren wurden sie als die Pioniere der „Acid Jazz Generation“ gefeiert – The Brand New Heavies.
Die synthiepopgeschängerte Londoner Szene trug die Band auf Händen. Ihr Stil aus souligen und funkigen Grooves, angereichert mit Sounds aus den 60er und 70er Jahren, verwandelte jede Party in einen hippen Hexenkessel. Ultracooles Zeug, tanzbare Songs, die sich über die Jahre regelmäßig in den Charts platzierten.
Nun sind die ehemaligen drei Schulfreunde wieder aktiv und wirbeln was das Zeug hält durch die Tanztempel landauf, landab.
„The Brand New Heavies“ präsentieren sich mit eine längst totgesagten Musik, frisch und unverbraucht wie eh und je. So manch ein Musikkritiker wird sich den Vorwurf nachsagen lassen müssen, die Londoner Jungs verkannt zu haben.
Das Besondere an ihrer aktuellen Produktion ist jedoch weiblicher Natur. Nicht das es plötzlich etwas ungewohntes für Jan Kincaid, Simon Bartholomew und Andrew Levy wäre, ihre Musik mit einer Sängerin zu teilen - Es gab in der Vergangenheit, bis auf den Start als reine Instrumentalformation, am laufenden Band Produktionen mit Sängerinnen im Hinter- aber auch im Vordergrund - Ganz im Gegenteil. Die Jungs fühlen sich merklich wohl in Begleitung einer Frau. Man spürt von Beginn an eine perfekte Harmonie des Quartetts, ein vollkommener Gleichklang zwischen Instrumenten und Gesang.
Nennen wir nun also das Kind beim Namen: Nicole Russo.
Einst bewegte sich die 25jährige aus Wembley quasi solo durch die Musikwelt. Mit zarten 15 Jahren stand Nicole Russo bereits als Backvokal-Sängerin auf den Bühnen und ließ es an Professionalität nicht mangeln. Es kam, wie es kommen musste, ein Plattenlabel bot ihr einen Vertrag, den sie umgehend unterschrieb. Allerdings floppte Nicoles Debütalbum kläglich. Ihre eigenen Songs im Philly-Sound klangen nicht so wie geplant und fanden entsprechend keine Abnehmer. Von London wechselte sie schließlich nach Philadelphia, um ihr Album neu zu mixen. Dabei stieß sie auf die Jungs von den Heavies und es funkte gewaltig.
Nicole Russo und The Brand New Heavies – Musik für den kompletten Körper.
Bereits der Opener „Boogie“, ihrer aktuellen Scheibe „Allabouthefunk“, lässt es ordentlich krachen. Wir schwingen das Tanzbein. Hippe Clubsounds mit dem gewissen Schwung aus guten, erfrischenden Poptagen. „Need Some More“ folgt unaufdringlich, einfühlsam mit leichten R`n´B Adaptionen. „Waste My Time“ kredenzt raue Gitarrenriffs und ungewohnt rockige Breaks. Etwas mehr Popsappeal versprüht „Keep On Shining“, der perfekte Tanztempel-Song. Man spürt die jugendlich frische Note einer Nicole Russo auf Schritt und Tritt.
Die Heavies verstecken sich hinter einer neuen Identität – zeitgemäß und musikalische auf den Punkt. Und so zieht sich das Programm der Heavies über „Surrender“, „Every Time We Turn It Up“ bis hin zu „How We Do This“ voller Energie und Tatkraft durch.
Ein perfektes Comeback der Briten, mit einem durchgestylten, kompletten Werk erstklassiger Songs voller satter Vocals, gepaart mit robusten Rhythmen, heavy Grooves und verspielten Sounds.
Tracklisting:
01. Boogie
02. Need Some More
03. Waste My Time
04. Keep On Shining
05. What Do You Take Me For?
06. Surrender
07. Many Rivers To Cross
08. How Do You Think
09. Every Time We Turn It Up
10. It Could Be Me
11. I Feel Right
12. How We Do This
Time: 51:30 min:
Discographie:
1990 The Brand New Heavies
1992 Heavy Rhyme Experience Vol. 1
1994 Brother Sister
1995 Original Flava
1997 Shelter
2004 We Won´t Stop
2005 Allabouthefunk